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Georgii Trapezontii viri aetatis suae doctissimi Dialectica brevis... in gratiam studiosorum denuo nuper excusa. Basel: Valentin Curio Juli 1522. 8°.

Georgios Trapezuntios (1396-1484/86) ist im damals venezianischen Kreta geboren. Dennoch nannte er sich nach der Heimatstadt seiner Väter und ehemaligen Hauptstadt der Komnenen am Schwarzen Meer. Er lehrte über Jahrzehnte in Italien, als Professor für Griechisch und Latein im venezianischen Vicenza, in Venedig, Rom - hier auch Sekretär mehrerer Päpste -, Neapel und an andern Orten. Seine "Kurze Dialektik" scheint im Druck erst 1508 erschienen zu sein: bei Henri Estienne in Paris, herausgegeben von Jacques Lefèvre d'Etaples. Schon 1509 erschien sie auch in Strassburg, herausgegeben von Lefèvres Schüler Beatus Rhenanus bei Matthias Schürer, bei diesem weiter 1513, 1516 und 1519. Nach unserm Druck Curios erschien sie auch in Köln, zwischen 1530 und 1560 gleich acht Mal, dazu mehrere Male in Paris und Lyon, schliesslich auch in Venedig in italienischer Übersetzung.

Der junge Valentin Curio leitet auch dieses Werk - am Ersten des Druckmonats - selber ein und stellt auch hier sein Verlagsprogramm vor: Der Mensch, und dieser allein, sei zur Tugend und Wahrheitssuche bestimmt, das zeige auch seine Neugier, wenn er von der Alltagsarbeit frei sei. Die Menschen seien für einander da; zum Studium der Weisheit gehörten Lehre und Schreiben. Aus diesem Grund habe er eine Druckerei gegründet und nicht irgend ein anderes Geschäft, damit er besonders nützliche Handschriften der Gelehrtenwelt (durch den Druck) zur Verfügung stellen könne. So empfange der Leser hier die Dialektik des Georgius Trapezuntius, ein knappes, doch vollendetes Werk, ein Vorspiel zur umfangreicheren Rhetorik, die er unter der Presse habe und schnellstmöglich vollenden wolle, ein seltenes Werk, wie man selber sehe (Matthias Schürer ist 1519 gestorben und seine Erben haben dieses Werk nicht mehr nachgedruckt; dass es beliebt war und noch einige Zeit blieb, zeigen die zahlreichen Drucke der folgenden Jahrzehnte). Man solle ihn entsprechend empfehlen.

Die Titeleinfassung von Conrad Schnitt zeigt den Tod der Lucretia. Aus dem Frey-Grynaeum: Frey-Gryn. J VII 10 Nr. l

Bibliothekskatalog IDS

Signatur: Frey-Gryn J VII 10:1

Illustrationen

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Titelblatt. Die Einfassung, wohl von Conrad Schnitt, zeigt den Selbstmord der Lucrecia.

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2Ar: Vorrede des Valentin Curio an den Leser vom 1. Juli 1522. 1. Seite.

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3Ar: Vorrede des Valentin Curio an den Leser vom 1. Juli 1522. 2. Seite.

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3Av: Anfang der Dialectica.

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6Er: Kolophon.

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6Ev: Druckermarke.