UB Basel
Archiv Aktuell-Meldungen - 09.06.1999
Ausstellung: Die Faszination des Monochords

Ausstellung: Die Faszination des Monochords

Eine Ausstellung zum 100. Geburtstag des Basler Komponisten Walter Müller von Kulm

26. Juni - 11. September 1999

Öffentliche Bibliothek der Universität Basel, Schönbeinstrasse 20


 
Geöffnet:  Montag-Freitag 08.30 -19.30 Uhr 
Samstag 08.30 -16.30 Uhr (Juli/August nur bis 12.30 Uhr) 

 


Der Eintritt ist frei  
 

Vernissage:  Öffentliche Bibliothek der Universität Basel, Schönbeinstrasse 20  
Freitag, 25. Juni 1999, um 18.00 Uhr  

Begrüssung durch Hannes Hug (Direktor der UB Basel) und Hans Linnartz (Direktor der Basler Musikakademie)
Für die Ausstellungsmacherinnen spricht Frau Dr. Verena Naegele
Musikalische Umrahmung durch Andrej Ichtchenko (Akkordeon) 

Anschliessend wird ein Apéro serviert. 

Zur Ausstellung erscheint eine rund 120seitige Broschüre zu Leben und Werk von Walter Müller von Kulm und Gertrud Flügel, die ab Ausstellungsbeginn für Fr. 15.-- an der Lesesaaltheke der UB erhältlich ist. (Späterer Buchhandelspreis Fr. 25.--)

Sonntag 15. August 10.30 Uhr
Konzert-Matinee im grossen Saal der Musik-Akademie
Kammermusik, Lieder und Chorwerke von Walter Müller von Kulm mit Ruth Amsler (Sopran), Wilhelm F. Walz (Violine), Anna Merz, Jean-Jacques Dünki und Christine Basler (Klavier), Kammerchor Aarau, Leitung: Rainer Held.

Sonntag 12. September 11.00 Uhr
Konzert des Kammerorchesters Basel im Stadtcasino
Werke von Müller von Kulm, Haydn und Beethoven, Solist: Thomas Demenga (Violoncello), Dirigent: Johannes Schlaefli.

Katalog 


Begleitkonzerte 


Er war ein Pionier in vielen Bereichen: der Musiker, Komponist und Musikpädagoge Walter Müller von Kulm, dessen Geburtstag sich am 31. August zum 100. Mal jährt. Mit einer Ausstellung in der UB Basel, einer rund 120seitigen Broschüre und diversen Konzerten soll an diesen vielseitigen und innovativen Geist erinnert werden, der sich gerade auch um das Musikwesen der Stadt Basel grosse Verdienste erworben hat.

Walter Müller von Kulm (1899-1967) war langjähriger Direktor von Konservatorium und Musikschule Basel (seit 1947) und nach dem Zusammenschluss mit der Schola Cantorum auch Direktor der Musik-Akademie Basel (1954-1964). Als Komponist gehörte er in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den wichtigsten Exponenten der Schweizer Musikproduktion. Für das Basler Kammerorchester (BKO) und Paul Sacher hat er nicht weniger als sechs Werke komponiert. Die Konzertmeisterin des BKO, Gertrud Flügel, die zugleich erfolgreich als Solistin und im Gamben-Quartett August Wenzingers tätig war, war die Ehefrau Müller von Kulms und hat sich engagiert für sein Werk eingesetzt. Daneben hat MüvoKu - wie er genannt wurde - auch in den Bereichen Kammermusik, Klavierlied und Chorwerke - Gewichtiges komponiert.

Der 1899 in Basel als Sohn eines Typographen und aktiven Gewerkschafters geborene Walter Müller von Kulm, der zuhause keinerlei musikalische Förderung erhielt, fand erst sehr spät zur Musik. Nach einer Ausbildung zum Primarlehrer und mehreren Jahren Lehrtätigkeit in Othmarsingen entschloss er sich erst mit 28 Jahren zu einem Berufsstudium am Konservatorium in Basel. Es war der Beginn einer bemerkenswerten Karriere als Dirigent, Komponist und Musikpädagoge. Noch während seines Studiums bei Volkmar Andreae in Zürich und Rudolf Moser (Komposition), Gustav Güldenstein (Theorie) und Felix Weingartner (Dirigieren) in Basel begann seine Laufbahn als einer der erfolgreichsten Schweizer Komponisten jener Zeit. Seinen ersten grossen Erfolg feierte er am 6. November 1930 mit der Uraufführung seines "Kammerkonzerts für Violine und Streichorchester" op. 23 durch das Basler Kammerorchester unter Leitung von Paul Sacher.

Als Mitglied des Zentralvorstandes des Schweizerischen Musikpädagogischen Verbandes und als langjähriger Redaktor der SMPV-Blätter machte er sich im musikpädagogischen Bereich ebenso einen klingenden Namen wie als langjähriger Direktor der Musik-Akademie Basel (von 1947-1964). Als Dirigent zahlreicher Chöre - unter anderem des Arbeitersängervereins Vorwärts Basel und des Basler Bach-Chors (1939-1954) - war er zudem auch im Vorstand des Nordwestschweizerischen Chordirigentenverbandes tätig. Daneben hat er als Komponist ein umfangreiches Oeuvre hinterlassen, das nicht weniger als 82 Opus-Zahlen umfasst.

Ein kleiner Querschnitt seines vielfältigen Schaffens wird dem Publikum in zwei Konzerten wieder näher gebracht. Die schlichten A-cappella-Chöre, das Kammerkonzert op. 42 sowie die Suite "Die Weisheit des Brahmanen" op. 62 für Gemischten Chor und zwei Klaviere erweisen sich dabei als echte Bereicherung des Konzertlebens. Gleiches gilt für die Geigensonate und die Klavierlieder, die durch ihren volkstümlichen Satz und ihre Dichte überzeugen. Gerade in der heutigen Zeit, wo wieder vermehrt nach Harmonie (auch im Klanglichen und damit in der Musik) gesucht wird, erweist sich Müller von Kulm als überraschend zeitgemäss und modern.




© 1995-2008 Universitätsbibliothek Basel