UB Basel
Archiv Aktuell-Meldungen - 27.09.1999
Pressemitteilung: Die Basler Universitätsbibliothek im finanziellen Würgegriff

Pressemitteilung: Die Basler Universitätsbibliothek im finanziellen Würgegriff

Die Informationsversorgung von Wissenschaft und Öffentlichkeit wurde in den letzten Jahren durch rasant steigende Zeitschriften- und Bücherpreise und ein stagnierendes Erwerbungsbudget zunehmend knapper. Nun ist diese gar grundsätzlich in ihrer Kernsubstanz bedroht. Noch ist nämlich unklar, ob die Basler UB die für eine ausreichende Literaturbeschaffung notwendigen Finanzierungsmittel für das Jahr 2000 auch wirklich erhält. Konkret geht es um einen Betrag in Millionenhöhe, der bisher vorwiegend für Bibliotheks-EDV eingesetzt war und der Universität - geht es nach dem Willen des Basler Finanzdepartements - nun ganz oder teilweise entzogen werden soll. Für die Universitätsbibliothek hätte dies verheerende Folgen, indem die Betriebskosten für das eben erst mit grossem Erfolg lancierte neue Bibliothekssystem ALEPH und das rasch wachsende Angebot an elektronischer Information aus den normalen Erwerbungsmitteln finanziert werden müssten. Die Wirkung wäre fatal: Nicht nur müsste das Versorgungsniveau auf ein Mass heruntergeschraubt werden, das einer Universität wie jener Basels in höchstem Masse unangemessen wäre und deren Lehr- und Forschungstätigkeit erheblich einschränken würde. Es entstünden auch Bestandeslücken, die nachträglich kaum mehr zu schliessen wären, und wenn, dann nur mit erheblichen Zusatzkosten.

Durch diese momentane finanzielle Unsicherheit sieht sich die UB Basel gezwungen, massiv aufs Bremspedal zu treten. Dies vor allem deshalb, weil ein grosser Teil der Kosten für das nächste Jahr an Verträge und Termine gebunden sind, die spätestens per Ende September bestätigt bzw. gekündigt werden müssen. Das Volumen des schlimmstenfalls zu erwartenden Fehlbetrags ist derart hoch, dass die UB um einschneidende Massnahmen nicht herumkommt. Als ein erster Schritt werden per 30. September rund die Hälfte aller bestehenden Zeitschriftenabonnements im Gesamtwert von gegen 1 Mio. Franken vorsorglich gekündigt. Vor allem in den Naturwissenschaften und der Medizin bedeutet dies einen veritablen Kahlschlag, der - sofern nicht in letzter Minute Rettung kommt - kaum verkraftet werden kann. Betroffen davon werden auch Verträge mit andern Schweizer Grossbibliotheken sein, wie mit der Zürcher ZB, der ETH-Bibliothek oder der StUB in Bern, die sich in jüngster Zeit mit der UB Basel zu einem Konsortium zusammengeschlossen haben und damit erheblich günstigere Erwerbungspreise aushandeln können. Nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auch gesamtschweizerisch wird die Basler UB damit in eine Position gedrängt, die ihre Stellung sowohl als zentrale Informationseinrichtung als auch als verlässliche Vetragspartnerin ernsthaft gefährdet.

Weitere Auskünfte durch:
Edmund Wiss, Vizedirektor, Tel. 061/267 31 29, email: wiss@ubaclu.unibas.ch
Christoph Ballmer, PR-Koordination, Tel. 061/267 31 24, email: ballmer@ubaclu.unibas.ch

27.09.1999 / cb



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