UB Basel
Archiv Aktuell-Meldungen - 25.04.2000
Ausstellung : "Die Judenbuche" - verboten und eingestampft

Ausstellung : "Die Judenbuche" - verboten und eingestampft

Ein Beispiel nationalsozialistischer Zensurpraxis

Eine Ausstellung des Instituts für Jüdische Studien der Universität Basel

12. Mai bis 30. Juni 2000

Ausstellungsort:
Eingangsbereich der
Öffentlichen Bibliothek der Universität Basel
Schönbeinstrasse 20
4056 Basel

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 8.30-19.30 Uhr
Samstag 8.30-16.30 Uhr
Geschlossen:
Mittwoch 31. Mai ab 12 Uhr bis und mit Samstag 3. Juni
Samstag 10. Juni bis und mit Montag 12. Juni

________________________________________________________________________________

Einladung zur Vernissage

am Donnerstag, dem 11. Mai 2000, um 18.15 Uhr
im Eingangsbereich der Öffentlichen Bibliothek der Universität Basel

Es sprechen:

Prof. Dr. Heiko Haumann
Institut für Jüdische Studien der Universität Basel

Saskia Schreuder
Jüdische Verlagstätigkeit unter nationalsozialistischer Herrschaft.
Der Schocken Verlag/Berlin in den Jahren 1933 bis 1938

Anschliessend Apéro

_______________________________________________________________________________________________________________________________

Im Sommer 1938 wurden 3300 Exemplare von Annette von Droste-Hülshoffs "Judenbuche" vernichtet, nachdem die Reichsschrifttumskammer ihre Verbreitung verboten hatte. Die Massnahme richtete sich weniger gegen den Klassiker deutscher Erzählliteratur als vielmehr gegen die Ausgabe: Wegen des Publikationsortes - als Band 68 der Bücherei des jüdischen Schocken Verlags - hatte die Erzählung eine unverkennbar regimekritische Bedeutung. Vortrag und Ausstellung illustrieren die nationalsozialistische Zensurpraxis am Beispiel der "Judenbuche" und zeichnen zugleich die bedeutende Verlagstätigkeit des Schocken Verlags in Berlin nach. Innerhalb der enggesteckten Grenzen der NS-Kulturpolitik versuchte der Verlag, der Situation der jüdischen Leserinnen und Leser in Deutschland gerecht zu werden, indem er eine einzigartige "Zusammenfassung jüdischer Werte" (Gershom Scholem) vorlegte. Saskia Schreuder, 1962 in Amstelveen (NL) geboren, studierte Deutsch und Geschichte in Münster/Westfalen (D). Im Auftrag der Luxemburger Nationalbibliothek erarbeitete sie zusammen mit Claude Weber die Ausstellung "Dem suchenden Leser unserer Tage: Der Schocken Verlag/Berlin - Jüdische Selbstbehauptung in Deutschland 1931-1938" und ist Mitherausgeberin eines dem Verlag gewidmeten Essaybandes. Sie ist für die Ausstellung "Die Judenbuche - verboten und eingestampft", die bereits in der Universität Münster und der Württembergischen Landesbibliothek (Stuttgart) gezeigt wurde, verantwortlich. Ihre Dissertation über "Jüdische Erzählliteratur im nationalsozialistischen Deutschland" steht kurz vor dem Abschluss.

25.04.2000 / cb



Archiv Aktuell-Meldungen (vor 2008)

© 1995-2008 Universitätsbibliothek Basel