UB Basel
Archiv Aktuell-Meldungen - 14.07.2000
Ausstellung: Nietzsche in Basel

Eine Ausstellung zum 100. Todestag Friedrich Nietzsches


26. August - 4. November 2000

Öffentliche Bibliothek der Universität Basel, Schönbeinstrasse 20

 
 
Geöffnet:  Montag-Freitag 08.30 -19.30 Uhr 
Samstag 08.30 -16.30 Uhr 
Der Eintritt ist frei  

Vernissage: 

Freitag, 25. August 2000, um 18.15 Uhr  
Begrüssung durch Hannes Hug (Direktor der UB Basel).   
Zum Nietzsche-Jahr spricht David Marc Hoffmann.  
Die Ausstellung wird erläutert von Andrea Bollinger.  
Rahel Hauenstein (Sopran) und Andrea Wittner am Flügel präsentieren Kompositionen von Friedrich Nietzsche.   

Anschliessend wird ein Apéro serviert. 


Zehn Jahre, von 1869-1879, lebte und wirkte Friedrich Nietzsche in Basel. In diese Periode fallen wichtige äussere und innere Erlebnisse, Entscheidungen, Begegnungen; in Basel vollzog sich die Wandlung vom Universitätsphilologen und schwärmerischen Wagnerianer zum philosophischen Schriftsteller, der die Grundfesten aller überlieferten Werte erschütterte.

Nietzsche erhielt 1869 einen Ruf auf den Basler Lehrstuhl für Klassische Philologie. Mitten aus dem fröhlichen Leipziger Studentenleben wurde der sehr junge Mann förmlich in sein neues Dozentenamt katapultiert, welches zudem noch die Pflicht beinhaltete, am Basler Obergymnasium, dem sogenannten "Pädagogium", Griechischunterricht zu erteilen.
Der vierundzwanzigjährige Friedrich Nietzsche kam im April 1869 nach Basel, wo er sich, trotz gelegentlichem Heimweh, gut einlebte. Der höfliche und adrette junge Mann erwarb sich rasch die Sympathien der Basler "besseren Gesellschaft", in deren Häusern er regelmässig verkehrte.
Bald wuchs bei Nietzsche das Bedürfnis, über den Schul- und Lehrstoff hinaus als kulturkritischer und philosophischer Schriftsteller tätig zu werden. Ermuntert wurde er hierbei von Richard Wagner, dessen Landhaus in Tribschen bei Luzern von Nietzsche zur "Insel der Glückseligen" verklärt und regelmässig aufgesucht wurde. In die Basler Zeit fällt aber auch die Entfremdung zwischen Nietzsche und Wagner nach dem Wegzug des letzteren nach Bayreuth.
Krankheitssymptome und Selbstzweifel an seiner Befähigung zum Philologiedozenten warfen immer längere Schatten über Nietzsches Basler Jahre. Im Frühjahr 1879 reichte der von Kopfschmerzen und Magenproblemen zermürbte Nietzsche bei den Basler Erziehungsbehörden sein Entlassungsgesuch ein. Trotz seiner kurzen Amtszeit wurde ihm eine grosszügige Rente zugesprochen, dank der er während der folgenden zehn Jahre seine intensive Reise- und Schreibtätigkeit ausüben konnte. Einmal noch kehrte der inzwischen unrettbar kranke Nietzsche nach Basel zurück: 1889 verbrachte der geistig Umnachtete einige Tage in der Nervenklinik "Friedmatt", bevor er endgültig nach Deutschland zurückkehrte.

Die Ausstellung in der Öffentlichen Bibliothek der Universität Basel legt den Schwerpunkt auf Nietzsches zehn Basler Jahre. Originalbriefe Nietzsches und seiner Freunde, Bücher, amtliche Dokumente und viele Bilder geben Einblick in das Leben und Wirken des jungen Nietzsche in der Stadt am Rheinknie. Dabei werden alle Lebensbereiche dokumentiert: die Arbeit an der Universität und am Pädagogium, die Anfänge des philosophischen Schreibens, aber auch Haushalt, Freunde und der gesellschaftliche Umgang in Basel.

Erarbeitet wurde die Ausstellung von Andrea Bollinger und Franziska Trenkle, beide wissenschaftliche Mitarbeiterinnen der Basler Nietzsche-Edition und Verfasserinnen von Kommentarbänden zu Nietzsches Briefwechsel der Basler Zeit.

Zur Ausstellung ist ein Begleitband erschienen, der über den Buchhandel sowie anlässlich der Vernissage und während der gesamten Ausstellungsdauer an der Lesesaaltheke der UB für Fr. 20.-- bezogen werden kann:
Andrea Bollinger, Franziska Trenkle: Nietzsche in Basel. 100 S. mit zahlreichen Abbildungen, Verlag Schwabe, Basel 2000. Fr. 20.--.


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