UB Basel
Archiv Aktuell-Meldungen - 06.11.2000
Ausstellung "Schriftkunst - Kunstschrift"


18. November 2000 - 20. Januar 2001

Öffentliche Bibliothek der Universität Basel
Schönbeinstrasse 20

 
 
Geöffnet:  Montag-Freitag 08.30 -19.30 Uhr 
Samstag 08.30 -16.30 Uhr 
Der Eintritt ist frei  
Geschlossen:  24./25. November sowie an Feiertagen 
 
Geöffnet:  Montag-Freitag 08.30-19.30 Uhr 
Samstag 08.30-16.30 Uhr 
 
Geschlossen:  24./25. November sowie an Feiertagen 
 

Vernissage: 

Freitag, 17. November 2000, um 18.15 Uhr  

Begrüssung durch Hannes Hug (Direktor der UB Basel).   
Vortrag von Frau Prof. Annemarie Schimmel (Bonn/Harvard):
"Die Feder ist der Welten Herrscher".  
Die Ausstellung wird erläutert von Dr. Gudrun Schubert.  

Anschliessend wird ein Apéro serviert. 


Im islamischen Kulturkreis ist die Kalligrafie die verbreitetste Kunstform und in ihrer zentralen Stellung das bedeutsamste künstlerische Ausdrucksmittel. Die arabische Schrift diente in erster Linie der Überlieferung der göttlichen Offenbarung. Durch sie bewahrte man den genauen Wortlaut der Suren des Koran.

Im Schreiben des Gotteswortes erwuchs die Verpflichtung zur Vervollkommnung. So entfaltete sich in der Kalligrafie die schönste Blüte der islamischen Kunst. Die untrennbar mit der Offenbarung verbundene arabische Sprache und ihre Schrift breiteten sich mit dem Islam unter den bekehrten Völkern aus. Die Schrift findet sich an sakralen und profanen Bauten auch in nicht arabisch sprechenden muslimischen Ländern, so dass sie von Marokko bis zu den Philippinen, von der Wolga bis nach China in ihrer Kunstform, der Kalligrafie, anzutreffen ist.

Die von der Orientalistin Gudrun Schubert konzipierte Ausstellung der Universitätsbibliothek Basel stellt die islamische Schriftkunst in drei unterschiedlichen Perspektiven dar. Ein historischer Teil gibt anhand von kostbaren Handschriften aus dem Bestand der Universitätsbibliothek und von Zeichnungen aus dem Nachlass von Samuel Flury einen Überblick über die unterschiedlichen Formen der arabischen Schrift, wie sie sich im persischen, türkischen und arabischen Raum entwickelt haben. Die beiden weiteren Segmente zeigen in reizvollem Nebeneinander das Schaffen zweier zeitgenössischer Kalligrafinnen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund: Auf der einen Seite Kalligrafien der Baslerin Hedi Heckendorn, auf der andern jene der muslimischen Türkin Ümran Schelling-Tezcan.

Die Ausstellung ist begleitet von diversen Vorträgen und Workshops. So wird Hedi Heckendorn am 9. Dezember und am 13. Januar (je 14 Uhr) Einblick in eine Kalligrafie-Werkstatt gewähren, und wird Ümran Schelling-Teczan am 27. November und 17. Januar (je 18 Uhr) zur Geschichte ihrer Kalligrafie sprechen.

Zudem finden im Rahmen der Volkshochschule beider Basel vom 16. November bis zum 7. Dezember jeweils donnerstags (20.15 - 22.00 Uhr) Begleitvorträge zur "Islamischen Kunst und Architektur" statt. Ebenfalls im Rahmen der Volkshochschule veranstaltet Frau Heckendorn einen sechsteiligen Workshop zur Arabischen Kalligraphie (11. Januar - 15. Februar 2001).

Ümran Schelling-Tezcan
1950 in Istanbul geboren. Nach einem Architekturstudium an der Technischen Universität in Istanbul kam sie 1975 in die Schweiz. Seither versucht sie, die beiden Kulturen im Alltag gleichzeitig zu erleben und daraus ihre eigene Welt aufzubauen. Die persönliche Bekanntschaft mit dem Kalligrafen Hamid Aytaç und die Äusserung von Picasso: Wenn ich gewusst hätte, dass es etwas wie die islamische Kalligrafie gibt, hätte ich nie zu malen begonnen!, weckten ihr Interesse für Schrift und Kalligrafie. Seit 1996 hatte sie diverse Ausstellungen in Zürich, St. Gallen, Bern und Basel sowie 1998 am International Research Centre for Islamic History, Art and Culture in Istanbul.

Hedi Heckendorn
1946 in Basel geboren. Nach einer Lehre als Krankenschwester lebte sie für ein halbes Jahr in Israel, wo ihre Liebe zum Orient zu wachsen begann. Es folgten über Jahre hinweg viele mehrmonatige Reisen nach Asien und Afrika, bevor es sie in die Schweiz in eine soziale Tätigkeit zurückzog. Eine Ausbildung in Ausdruckstherapie (Kunsttherapie) eröffnete ihr den Zugang zum Malen. Die traditionelle Kalligrafie erlernte sie 1995 in Istanbul. Es folgten diverse Ausstellungen in der Schweiz sowie 1997 am internationalen Ebrukongress in Istanbul.

Kontaktadresse: Dr. Gudrun Schubert, Öffentliche Bibliothek der Universität Basel, Schönbeinstr. 18-20, 4056 Basel. Tel. 061-267 31 81 / 267 31 30. Fax 267 31 03. Email: Gudrun.Schubert@unibas.ch.


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