UB Basel
Archiv Aktuell-Meldungen - 15.09.2003
Ausstellung: Albert Vigoleis Thelen - Virtuoser Erzähler und Vagabund

Ausstellung: Albert Vigoleis Thelen - Virtuoser Erzähler und Vagabund

27. September - 22. November 2003

Öffentliche Bibliothek der Universität Basel, Schönbeinstrasse 20


 
Geöffnet:  Montag-Freitag 08.30-19.30 Uhr 
Samstag 08.30-16.30 Uhr 
 

Der Eintritt ist frei  
 

Vernissage:  Freitag, 26. September 2003, 18.15 Uhr  
Dr. Elisabeth Oeggerli (UB Basel): Begrüssung   
Prof. Dr. Rosmarie Zeller (Uni Basel): Geheimtipp Albert Vigoleis Thelen  
Gerd Imbsweiler liest Thelen-Texte

Anschliessend Apéro 


Aus Anlass des 100. Geburtstages des deutschen Schriftsteller Albert Vigoleis Thelen am 28. September 2003 und des 50. Jahrestages des Erscheinens seines Hauptwerks, der Insel des zweiten Gesichts, findet an der UB Basel eine Ausstellung über Thelen statt.

Das Erscheinen der Insel des zweiten Gesichts beim niederländischen Verleger van Oorschot 1953 war in literarischen Kreisen eine Sensation. Das stark autobiographische Buch, welches die Erlebnisse des Vigoleis und seiner Beatrice in den Jahren zwischen 1931 und 1936 auf Mallorca erzählt, brachte dem Autor den Fontanepreis ein und eine Lesung vor der Gruppe 47, Konrad Adenauer soll es ebenso gelesen haben wie Thomas Mann. Da der nach dem Krieg in Amsterdam und in der Schweiz lebende Autor sich dem Literaturbetrieb entzog, verschwand er allmählich aus dem literarischen Bewusstsein des breiteren Publikums. Immer wieder findet er aber neue Leser und gilt weiterhin als Geheimtipp. So wurde Die Insel des zweiten Gesichts vom niederländischen Schriftsteller Maarten 't Haart in der Serie "Mein Jahrhundertbuch" in der Zeit (12.5.1999) als sein Jahrhundertbuch vorgestellt. Sein zweites Buch Der schwarze Herr Bahßetup wird von manchen Lesern nicht weniger geschätzt.

Thelens Umgang mit der Sprache - alles und jedes ist ihm Anlass für Sprachspielereien und Assoziationen - , seine sprühende Phantasie und sein Blick auf die Welt aus der Perspektive dessen, der nicht recht dazugehört, - machen die Lektüre seiner Bücher nach wie vor zu einem Vergnügen.

In der Ausstellung werden vor allem Dokumente gezeigt, sowohl biographische wie literarische, die in den Umkreis der Insel des zweiten Gesichts gehören. Dokumentiert werden aber auch die weiteren Werke Thelens, der zweite Roman Der schwarze Herr Bahßetup, die Erzählung Glis-Glis, die zahlreichen Gedichtbände sowie sein Leben in der Schweiz von 1954-1986. Auch Viogleis' Beatrice, die die meisten Leser für eine literarische Fiktion hielten, soll eine Vitrine gewidmet werden. Sie stammte aus Basel, sie war die Schwester von Historikers Albert Bruckner und die Nichte des Sprachwissenschaftlers Wilhelm Bruckner. Die Ausstellung versucht im übrigen etwas von der Faszination wiederzugeben, die Thelen auf seine Besucher ausübte, angefangen bei der Wohnungseinrichtung, dem Zahnarztstuhl, der ihm als Bürostuhl diente, seiner Schreibmaschine mit den riesigen Lettern, seinem Schreibtisch mit den Installationen und nicht zuletzt seinen farbigen Schilderungen von einem, der nirgends zu Hause ist und sich selbst als eine Art Versager verstand.

Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch erschienen, das anlässlich der Vernissage und während der gesamten Ausstellungsdauer an der Lesesaaltheke der UB für CHF 35.-- sowie über den Buchhandel bezogen werden kann.
Jürgen Pütz (Hg.): Albert Vigoleis Thelen - Erzweltschmerzler und Sprachschwelger. Eine Bildbiographie. Bremerhaven, "edition die horen", 2003. 192 Seiten, mehrfarbig, Klappbroschur. ISBN 3-89701-984-1.

Weitere Auskünfte erteilt die Ausstellungsmacherin:
Frau Prof. Dr. Rosmarie Zeller
Email: Rosmarie.Zeller@unibas.ch
Telefon: 026 402 50 00 / 061 267 34 27

15.09.2003 / cb



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