UB Basel
Archiv Aktuell-Meldungen - 15.12.2003
Die Bibliotheca Indica von Alfred Sarasin

Die Bibliotheca Indica von Alfred Sarasin

Eine kleine Ausstellung in der Eingangshalle und im Lesesaal der Öffentlichen Bibliothek der Universität Basel, Schönbeinstrasse 20

16. Dezember 2003 - 28. Februar 2004

"Ich hoffe aber, dass mein Steckenpferd doch etwas Rasse für sich beanspruchen darf"

Am 16. Dezember 2003 jährt sich zum 50. Mal der Todestag von Dr.h.c. Alfred Sarasin-Iselin. Zu seinem Gedenken zeigt die UB einige Schätze aus seiner Bibliotheca Indica.

Bekannt ist Alfred Sarasin vor allem als Bankier, als Namensgeber der Bank Sarasin hier in Basel, als Gründer und Präsident der Schweizerischen Bankiersvereinigung, als Präsident der Schweizerischen Nationalbank und als Förderer der damals noch jungen Schweizerischen Elektrizitätswirtschaft. Es gibt aber noch eine andere Seite dieses erfolgreichen Geschäftsmannes: Gemeinsam mit dem Basler Architekten Emanuel LaRoche bereiste Alfred Sarasin 1889/90 Sri Lanka und Indien. Der indische Architektur und Kunst galt das Hauptinteresse der beiden Reisenden, und für Alfred Sarasin sollte es eine lebenslange Beschäftigung werden.

Noch während des 1. Weltkrieges begann Alfred Sarasin systematisch Literatur zu diesen Themen zu sammeln. Bald jedoch dehnte er seine Sammlung auf weitere Fachgebiete wie Archäologie, Kunsthandwerk, Geschichte oder Reiseschriftstellerei aus. Den verschiedenen Einflüssen folgend, die auf die indische Kunst einwirkten oder von ihr ausgingen, ergänzte er die Sammlung mit Werken über Tibet, Südostasien, Indonesien, Persien und den restlichen islamischen Kulturraum bis nach Spanien. Daraus entstand bis zu seinem Tod eine Sammlung von über 3000 Bänden, die fast alle wichtigen Werke und Zeitschriften zu den genannten Gebieten umfasst.

Nach seinem Tod 1953 ging diese Bibliotheca Indica, wie er sie selbst nannte, an die UB Basel über, zusammen mit einem Stiftungskapital, mit dessen Zinsen die Sammlung weiterhin aktuell gehalten werden kann.

Die Ausstellung macht an ausgewählten Stücken die Breite der Sammlung spürbar. Sie beleuchtet das komplexe Feld der asiatischen Kultur und deren Rezeption im Westen. Sie erzählt vom ursprünglichen Zweck und der Symbolik der erhaltenen Kunstdenkmäler, von den Erfahrungen und dem Verhalten europäischer Reisender aus drei Jahrhunderten und von den Schicksalen, von denen die Schätze östlichen Kunstschaffens betroffen werden können.

Weitere Auskünfte erteilt der Ausstellungsmacher
Dr. Andreas Bigger
Email: Andreas.Bigger@unibas.ch
Telefon: 061 - 267 29 65

15.12.2003 / abi-cb



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