UB Basel
Archiv Aktuell-Meldungen - 05.06.2007
Ausstellung: "Gehetzt". Deutsche Literaten im Exil - Südfrankreich um 1940

Ausstellung: "Gehetzt". Deutsche Literaten im Exil - Südfrankreich um 1940

Eine Ausstellung in der Universitätsbibliothek Basel
Schönbeinstrasse 20
23. Juni - 8. September 2007

Kuratorin: Ruth Werfel
Literarische Beratung: Martin Dreyfus

Geöffnet
Montag - Samstag 08.30-21.30 Uhr
Sonntag sowie am 1. August geschlossen

Der Eintritt ist frei

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Vernissage

Freitag 22. Juni 2007, 18.15 Uhr

Begrüssung: Hannes Hug (Universitätsbibliothek Basel)
Einführung in die Ausstellung: Ruth Werfel (Zürich)
Lesung literarischer Texte: Thomas Douglas (Basel)

Anschliessend Apero

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kurzbeschrieb

Nach Hitlers Machtergreifung flohen bedeutende Literaten und Dichter wie Walter Benjamin, Alfred Döblin, Anna Seghers, Walter Mehring, aber auch Künstler, Politiker, Wissenschaftler, aus Deutschland, nach dem Anschluss auch aus Österreich, ins französische Exil. Viele hatten in Paris schon lange eine geistige Heimat, einen Wohn- und Arbeitsort gefunden. Doch statt Zuflucht und Schutz erwarteten sie mit dem Waffenstillstandsabkommen im nun zweigeteilten Land Internierungen und die Schreckensvision einer Auslieferung an die deutschen Besatzer. Als „feindliche Ausländer“ wurden sie zu Gejagten, und erst in Sammellagern, dann in anderen Internierungslagern inhaftiert. Wer konnte, floh in den freien Süden, dorthin, wo andere seit Jahren friedlich lebten. „Hauptstadt der deutschen Literatur“ hatte Ludwig Marcuse den verträumten Fischerort „Sanary-sur-Mer“ bei Toulon in seiner Autobiographie genannt.

Jetzt war alles anders. Wie in einer Falle sassen die Flüchtlinge – die meisten von ihnen Juden – an der idyllischen Küste fest. In Marseille, Sitz der Generalkonsulate und Schifffahrtsbüros, aber auch vieler Hilfsorganisationen, staute sich der Strom der Verzweifelten, die nur eines wollten: Weg aus Frankreich, weg aus Europa. Doch wohin? Wenige Länder waren bereit, sie aufzunehmen. Die Beschaffung der Ausreisepapiere war ein Hindernislauf, die Schifffahrt von Marseille nach Übersee eingeschränkt, Lissabon bald der einzige Hafen, der Übersee regelmässig bediente. Der Weg über Spanien und Portugal wurde lebenswichtig. Weil die Grenzen zu Spanien monatelang geschlossen blieben, gewannen illegale Fluchtrouten zunehmend an Bedeutung. Für viele war die Flucht zu Fuss über die Pyrenäen die einzige Möglichkeit, aus Frankreich zu entkommen.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Im Juli 2007 erscheint folgende Begleitpublikation:

Ruth Werfel (Hg.): „Gehetzt“. Südfrankreich 1940 - Deutsche Literaten im Exil.
Mit Beiträgen von: Michel Cullin, Renée Dray-Bensousan, Martin Dreyfus, Patrik von zur Mühlen, Doris Obschernitzki, Claudia Öhlschläger, Barbara Vormeier, Ruth Werfel, Bernd Witte, Heinke Wunderlich.
NZZ Libro, Buchverlag Neue Zürcher Zeitung, ca. 200 Seiten.
120 farbige und s/w Abbildungen, gebunden, Schutzumschlag ca. Fr. 48.—. ISBN 978-3-03823-308-4

05.06.2007 / cb



Archiv Aktuell-Meldungen (vor 2008)

© 1995-2008 Universitätsbibliothek Basel