UB Basel
Archiv Aktuell-Meldungen - 16.05.2008
Ausstellung: Prager Frühling - Mythos und Realität (1968-2008)

Ausstellung: Prager Frühling - Mythos und Realität (1968-2008)

Ausstellung in der Universitätsbibliothek Basel
31. Mai – 16. August 2008

Die Ausstellung ist geöffnet
Montag - Samstag 08.30-21.30 Uhr

Geschlossen:
1. August (Nationalfeiertag)

Der Eintritt ist frei

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Vernissage
Freitag 30. Mai 2008, 18.15 Uhr

Begrüssung: Hannes Hug (Universitätsbibliothek Basel)
Einführung: Thomas Kessler (Integrationsdelegierter des Kantons Basel-Stadt)
Konzept/Realisation: Dr. Helena Kanyar Becker (Universitätsbibliothek Basel)

Anschliessend Apero

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Themenabend
Mittwoch 4. Juni 2008, 18.15 Uhr

Anmeldung erforderlich: 061 267 31 00 oder info-ub@unibas.ch

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Der Prager Frühling 1968 gehört zu Mythen des 20. Jahrhunderts. Der Versuch, einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz zu verwirklichen, stiess auch in der Schweiz auf Sympathien. Die Medien sorgten für die Popularität seiner Helden Dubček und Svoboda. Die Reformbewegung, welche Ökonomen, Politiker, Schriftsteller, Studenten, Film- und Theaterleute gestartet hatten, wandelte sich zu einer einmaligen Massenbewegung. Die euphorischen Hoffnungen jedoch endeten im August 1968 mit der sowjetischen Okkupation.

Die Schweizer Bevölkerung reagierte auf den gewaltsamen Einmarsch vom 21.8.1968 mit spontanen Protesten und grosser Hilfsbereitschaft. Die Behörden und Hilfswerke boten den tschechoslowakischen Flüchtlingen umgehend Asylrecht und finanzielle Starthilfe. Tausende von Emigranten wurden von der Schweiz aufgenommen. Der Vater der ökonomischen Reform, Ota Šik, begann an der Wirtschaftshochschule in St. Gallen und der Historiker František Graus an der Universität Basel zu unterrichten. Der Theologe Jan M. Lochman wurde Nachfolger von Karl Barth und später als Basler Uni-Rektor gewählt. Viele Tschechen und Slowaken fanden neue Arbeitsstellen in der chemischen Industrie, in Banken oder in der Privatwirtschaft. Die junge Generation begann in der Schweiz zu studieren.

Die Ausstellung der Universitätsbibliothek Basel wird die Geschichte des Prager Mythos von 1968, die Dissidentenbewegung in den 70er- und 80er-Jahren, die Samtene Revolution von 1989 und die postsozialistische Realität darstellen. Parallel werden die Reaktionen und die offizielle Rezeption dieser bewegenden Ereignisse in der Schweiz gezeigt und durch eine Emigranten-Galerie ergänzt.

Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Nationalmuseum der Tschechischen Republik, dem Stadtmuseum und dem Stadtarchiv in Prag, dem Institut für Zeitgeschichte der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, der Stiftung Charta 77, der Libri Prohibiti und dem Klub der engagierten Parteilosen (KAN) in Prag sowie dem Schweizerischen Sozialarchiv, dem Archiv für Zeitgeschichte ETH in Zürich, dem Schweizerischen Bundesarchiv in Bern und dem Staatsarchiv Basel. Sie steht unter der Schirmherrschaft der Tschechischen Botschaft in Bern.

Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation, die über den Buchhandel sowie ab dem Tag der Vernissage an der Lesesaaltheke der UB zu einem Sonderpreis bezogen werden kann:
Prager Frühling: Mythos und Realität 1968-2008.
Begleitbuch zu den Ausstellungen in der Universitätsbibliothek Basel (31.5.-16.8.2008); Kulturzentrum Schloss Reinbek (13.9.-26.10.2008).
Hrsg. von Helena Kanyar Becker. Basel: Universitätsbibliothek 2008. 110 S., Ill.
ISBN 978-3-7965-2510-0. (Publikationen der Universitätsbibliothek ; Nr. 40)

Konzept/Realisation: Helena Kanyar Becker
Mail: helena.kanyar@unibas.ch
Tel: +41 61 - 267 31 25



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