Hieronymus Froben der Ältere (6.8.1501?-14.3.1563)

(Auch: Officina Frobeniana "1531-1563")

Biographie: Hieronymus Froben d.Ä. war das älteste Kind von Johannes Froben. 1515 Immatrikulation an der Univ. Basel, 1520 Magister artium; am 2.6.1521 zu Safran, am 18.11.1544 zum Schlüssel zünftig. 1524 Heirat mit Anna Lachner, Tochter d. Buchhändlers u. Verlegers Wolfgang Lachner (u. Schwester seiner Stiefmutter Gertrud), nach deren Tod mit Barbara Brand (1544?). Stand wie schon sein Vater in enger freundschaftlicher Beziehung zu Erasmus von Rotterdam.
Nach dem Tod des Vaters (1527) leitete Hieronymus die Offizin zunächst zusammen mit seinem Stiefvater Johannes Herwagen d.Ä.  für die Erben (s. unter Johannes Froben Erben); nach der Heirat mit Hieronymus' Schwester Justina 1529 trat auch Nicolaus Episcopius d.Ä. in die Firma ein. Herwagen verliess diese im Jahre 1531 (s. unter Johannes Herwagen der Ältere). Hieronymus Froben u. Nicolaus Episcopius übernahmen daraufhin das Geschäft u. druckten bis zum Tod des ersteren (1563) zusammen, in den ersten Jahren meist weiterhin unter dem Namen "Officina Frobeniana", später mehrheitlich unter ihren eigenen. Während die Druckerei im Haus zum Sessel offenbar von Kompagnon Episcopius geleitet wurde, betrieb Froben im 1531 gekauften Haus zum Lufft an der Bäumleingasse eine weitere Offizin; erstere ging nach seinem Tod in den Besitz der Familie Bischoff (Episcopius) über, letztere an seine Söhne Ambrosius I (geb. 1537) und Aurelius I (geb. 1539).
Siehe auch unter Nicolaus Episcopius der Ältere.

Wirkungszeit: 1531-1563

Standort(e) der Offizin: Haus zum Sessel, Totengässlein; Haus zum Lufft, Bäumleingasse 18

Druckermarke(n):

Nr. 1
Druckermarke
Nr. 4
Druckermarke
Nr. 8
Druckermarke

Motto: 1. Prudens simplicitas, amorque recti 2. Γíνεσϑε φρóνιμοι ως οí óφεις, ακεραιοι ως αι περιστερα

Vorgänger: Johannes Froben Erben

Nachfolger: Ambrosius Froben I u. Aurelius Erasmius Froben I

Kooperationen: Nicolaus Episcopius d.Ä. (Teilhaber)

Programmschwerpunkte: Human. Schriften, darunter viele theol. u. med., antike Werke (Kirchenväter, aber auch weltliche Autoren).


Literatur:
• Benzing, 1982, S. 36
• Heitz/Bernoulli, 1895, S. XXI u. 36ff.
• HLS (01/06/2015)
• Koegler, 1909, S. 284 ff.
• LGB, Bd. III, S. 64
• Reske, 2007, S. 71f.
• Wolkenhauer, 2002, S. 210f.