Ausstellung: Mathilde Paravicini - Eine vergessene Baslerin

Eine  Vitrinenaustellung im Informationszentrum und Lesesaal der UB ist vom 2. April bis 31. Mai Mathilde Paravicini (1875-1954) gewidmet.

Man nannte Sie eine Philanthropin oder auch die "Mutter der Ärmsten", weil sie im Ersten Weltkrieg für die französischen Flüchtlinge aus den Kampfgebieten in Nordfrankreich sorgte. Zuerst in Schaffhausen, wohin sie täglich mit der Bahn reiste, betreute sie ab 1917 Flüchtlinge und Verwundete. Sie kümmerte sich um Gefangene in Basel und agierte in diversen Hilfskomitees. Nach dem Krieg nahm sie sich der Rückkehrer von den Fronten und der Repatrianten an. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme von 1933 organisierte Paravicini die Kinderzüge für das Schweizerische Hilfswerk für Emigrantenkinder (SHEK), das jüdische Kinder aus Paris in die Schweiz brachte. Bis 1948 holte Mathilde Paravicini Tausende erholungsbedürftige Kinder aus ganz Europa in die Schweiz.

1942 wurde Mathilde Paravicini von der Medizinischen Fakultät der Basler Universität als erste Frau mit einem Dr. h. c. geehrt, 1919 und 1946 von der französischen Regierung mit einem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet. Zehn Jahre nach ihrem Tod wurde im April 1964 eine Strasse nach ihr benannt - in Basel zum allerersten Mal überhaupt nach einer Frau.

Die von Helena Kanyar kuratierte Ausstellung über diese herausragende Persönlichkeit findet zum 50-jährigen Jubiläum dieses Ehrenaktes statt. Sie dokumentiert die Aktivitäten der charismatischen Pionierin der Kinderzüge. Und sie präsentiert noch nie gezeigte Originalexponate und Bilder aus dem Familienarchiv sowie das originale Fasnachtkostüm aus Samt und Seide, das die kleine Mathilde 1880/82 getragen hat und das als Schenkung im Historischen Museum Basel aufbewahrt wird.

Am Dienstag 1. April um 18.15 Uhr wird die Ausstellung eröffnet.

28.03.2014 / ka/cb