Ausstellung in der UB Medizin: "Zwischen Front und Lazarett"

Deutsche Kriegsinternierte im Bürgerspital Basel, 1917

Die Universitätsbibliothek Medizin zeigt in ihren Schaufenstern eine Ausstellung zur Schweizer Kriegsmedizin im Ersten Weltkrieg. Im Fokus dieser zweiten Ausstellung der Universitätsbibliothek zum Ersten Weltkrieg in diesem Jahr stehen die Schweizer Kriegschirurgie und Kriegsorthopädie, Sanitätsmissionen von Schweizer Ärzten in Kriegsgebieten und die Internierung von Kriegsverletzten in der Schweiz.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren war der Beginn einer grossen humanitären Katastrophe mit Tausenden von Todesopfern und unzähligen Schwerverletzten in den Frontgebieten. Schwerverwundete Soldaten wurden nach Artilleriegefechten oft unter schwierigsten Bedingungen in die nächst gelegenen Kriegslazarette und Spitäler transportiert und notoperiert. Viele der Patienten starben aufgrund der mangelhaften Ausstattung und hygienischen Umstände an Wund-Infektionen. In allen Kriegsgebieten wurde medizinisches Personal dringend benötigt, um die Akutversorgung zu gewährleisten und um Massnahmen zur Evakuierung und Seuchenprävention zu treffen. Für viele Schweizer Ärzte und Sanitätspersonen war dies der Anlass, eine Versendung in Kriegsgebiete zu beantragen, um bei der Versorgung der Kriegsverletzten Hilfe zu leisten. Ein weiterer Aspekt war die Ausbildung von Ärzten und Sanitätspersonal im Ernstfall.

Schliesslich wurden transportfähige Kriegsverletzte unterschiedlicher Nationalitäten in der Schweiz aufgenommen und in Spitälern und Sanitätsstationen in allen Regionen versorgt. Kriegschirurgie und Kriegsorthopädie entwickelten sich in der Schweiz auf diese Weise zu bedeutenden Disziplinen, obwohl das Land nicht aktiv ins Kriegsgeschehen involviert war. Auch in Basel waren namhafte Schweizer Ärzte als Kriegschirurgen tätig.

Die Ausstellung in der UB Medizin, entworfen und umgesetzt von der Biologin Heidrun Janka und dem Historiker Dr. David Tréfás, zeigt die Historie anhand ausgewählter Zeitschriften, Bücher und Fotografien, die in der UB aufbewahrt werden.

04.12.2014 / Heidrun Janka