Die aktuelle Archivalie: Frische Luft im Büro

Mal ist es zu kalt, mal zu warm. Entweder es zieht, oder es ist muffig.
Wer schon jemals in einem Büro gearbeitet hat, kennt die Situation.
Wie angenehm wäre es, wenn die Luft im Büro immer frisch wäre wie an einem sonnigen Frühlingstag nach einem Regenschauer.
Wer schon einmal bei einem älteren Laserdrucker stehen geblieben ist, weil es dort so regenfrisch riecht, der ahnt auch schon die Lösung für frische Luft im Büro.

Ozonisierung

Schon vor über 100 Jahren wurden Apparate produziert, mit denen die Luft in den Lüftungsanlagen von Bürogebäuden ozonisiert wurde.
Für die Lüftung im Gebäude des Schweizerischen Bankvereins (SBV) in Basel holte das Architekturbüro Suter & Burckhardt (später Suter + Suter) 1913 zwei entsprechende Offerten (PDF) ein.

Eine Offerte kam von der Elsässer Firma Hemmerlin, die auf «Ozon-Generatoren» spezialisiert war.

Erfolgreich war schliesslich die Offerte der Basler Firma G. Meidinger & Cie, einer «Spezial-Fabrik für Elektromotoren und elektrische Antriebe, Ventilatoren und Entstaubungsanlagen».
Man kann sich unschwer vorstellen, dass für die Arbeitnehmenden der Staub in einer Textilfabrik wahrscheinlich das grössere Problem darstellte als die muffige Luft im Bankbüro.

Ozon – O3

Ozon ist ein Molekül aus drei Sauerstoffatomen (O3). Bekanntlich schützt es, in Form der Ozonschicht, die Erde und ihre Bewohner vor übermässiger UV-Strahlung.
Umgekehrt weiss man heute, dass starke Ozonbelastung Reizungen der Atemwege verursacht.
Vielleicht ist das Grund, dass sich Ozonisierungs-Anlagen nicht durchgesetzt haben.
Ganz abgesehen davon, dass die nötige Stromspannung von 8000 Volt dem Vertrauen in diese Technologie wahrscheinlich nicht förderlich war.

Katalog-Link

Firmenarchiv Suter + Suter

30.04.2018 / Martin Lüpold