Themenabende 2009

21.1.09: Die UB - für alle offen. Eine Abendführung

Dorothea Trottenberg, lic. phil. und Dominik Hunger, lic. phil. (UB Basel)
Die UB ist wissenschaftliches Informationszentrum für die Universität und die Region - und zugleich als Kantonsbibliothek "für alle offen". Die erstmals 1471 bezeugte Bibliothek verfügt heute über einen Gesamtbestand von mehr als 3 Millionen Werken, darunter umfangreiche historische Sammlungen von Handschriften, Frühdrucken, Karten und Porträts. Ein Rundgang durch die Publikumsräume, ein Besuch der geschlossenen Magazine sowie die Präsentation wertvoller Werke aus dem Altbestand der UB geben einen Einblick in die älteste Universitätsbibliothek der Schweiz.

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

18.2.09: … und seither denke ich nur an eines – helfen …: Mathilde Paravicini, Georgine Gerhard, Friedel Bohny-Reiter – engagierte Baslerinnen

Helena Kanyar, Dr. phil.
Die couragierten Frauen retteten bedrohte Erwachsene und Kinder. Mathilde Paravicini (1875-1954) organisierte im Ersten Weltkrieg Transfers von Verwundeten und die berühmten Kinderzüge. Dieses Engagement brachte sie während der 30er Jahre und im Zweiten Weltkrieg mit der Frauenrechtlerin Georgine Gerhard (1886-1971) zusammen, die sich für jüdische Kinder einsetzte. Auch die Krankenschwester Friedel Bohny Reiter (1912-2001) sorgte im besetzten Frankreich für jüdische Menschen und rettete sie vor dem Tod. Alle drei Aktivistinnen wurden mehrmals geehrt, in Basel trägt eine Strasse den Namen Mathilde Paravicinis.

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

18.3.09: Basler Ärzte – Basler Drucker und Verleger zur Zeit des Humanismus

Frank Hieronymus, Dr. phil.
Alraune und Kardanwelle, Syphilis und Pest, Heilige und Hexen, Heilkräuter und Äpfel: Basler Ärzte und die bedeutendsten Ärzte – Physiker und Botaniker – des damaligen Abendlandes liessen im 16. Jahrhundert ihre Werke bei Basler Drucker-Verlegern erscheinen, nicht zuletzt, wie etwa Giralomo Cardano, um sie vor dem Scheiterhaufen zu schützen. Briefwechsel bezeugen darüber hinaus die weite Vernetzung der Basler Ärzte, etwa Theodeor Zwingers u.a. mit dem kaiserlichen Leibarzt Crato von Craftheim in Wien oder Felix Platters. Zwei Basler (einer ein Secondo) hinwiederum wirkten als Leibärzte in Berlin bzw. Mömpelgard. Secondos waren auch die meisten Drucker, auch der Ratsherr Heinrich Petri (u.a. zuständig für die Universität).

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

29.4.09: Die neue WWZ-Bibliothek und das Schweizerische Wirtschaftsarchiv im Jacob Burckhardt-Haus

Leitung WWZ-Bibliothek/SWA
Ein Blick vor und hinter die Kulissen der neuen Wirtschaftsbibliothek und des darin enthaltenenen Schweizerischen Wirtschaftsarchivs. Tauchen Sie mit uns in die Tiefen des Magazins, verweilen Sie in den hellen Lesesälen, besichtigen Sie das Verwaltungsrückgrat des Buchlaufs und entspannen Sie sich schliesslich auf der Dachterrasse bei einem kleinen Umtrunk (und guter Sicht auf bahntechnische Weichenstellungen).

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18 Uhr WWZ-Bibliothek/SWA, Peter Merian-Weg 6, Basel (beim Bahnhof SBB); bis ca. 19.15 Uhr

13.5.09: „Ein namhafter Basler sammelte weltweit Orchideen“ – Die Schweizerische Orchideenstiftung am Herbarium Jany Renz

Samuel Sprunger (Botanisches Institut)
Im Rahmen der Austellung „Orchideen aus Europa, Kleinasien und Nordafrika“ werden Herbarbelege, handkolorierte Zeichnungen und Separatas aus dem Legat Renz ausgestellt. Am Themenabend wird über die Sammeltätigkeit des berühmten Orchideeologen Jany Renz referiert, und anschliessend findet eine kurze Führung durch die Ausstellung statt.

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Dauer der UB-Ausstellung „Orchideen aus Europa, Kleinasien und Nordafrika“: 20.2.-20.5.2008.

24.6.09: Zur Geschichte der Sonnenuhren: Präzise Anzeigen - geheime Nachrichten

Prof. Dr. Karl G. Hofbauer (Universität Basel)
Im Gegensatz zu mechanischen oder elektronischen Uhren, deren Anzeigen auf der Schwingung eines künstlichen Zeitgebers beruhen, hängt der Schattenwurf auf Sonnenuhren von der Rotation der Erde ab. Sonnenuhren geben daher immer die für uns massgebliche, natürliche Zeit an, manche zeigen aber Stunden, deren Bedeutung uns heute nicht mehr geläufig ist. Ausserdem wurden Sonnenuhren oft mit Darstellungen versehen, deren Inhalt Bezug zu Zeit und Ewigkeit hat, aber sich nur dem Wissenden erschliesst. Sonnenuhren dienten daher nicht nur zur Zeitmessung, sondern regten stets auch dazu an, über die Bedeutung der Zeit im Allgemeinen nachzudenken. 

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Besuchen Sie auch die aktuelle UB-Ausstellung „Die Sonnenuhren des Johannes Gaupp“  vom 12.6.-22.8.2008.

26.8.09: Ein lebensfreudiger Stadtheiliger: Jacob Burckhardt und seine literarischen und publizistischen Schriften

Elisabeth Oeggerli, Dr. phil. (UB Basel)
Weltbekannt ist der Mann auf der Tausendernote als Kulturhistoriker, vergessen ist er als Dichter und Journalist. Dabei verfasste Jacob Burckhardt über hundert Gedichte, ein Dramenfragment und Erzählprosa, zeichnete Illustrationen, war Korrespondent verschiedener Presseorgane und in den politisch bewegten Jahren 1844/45 alleiniger Redaktor der «Basler Zeitung». Diese unbekannten Seiten werden u.a. in Originaldokumenten vorgestellt.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

23.9.09: Graecia Alpes transvolavit. Basel als Station des Griechischen auf dem Weg nach Norden

Ueli Dill, Dr. phil. (UB Basel)
Die Universitätsbibliothek Basel besitzt von allen schweizerischen Bibliotheken den grössten Fundus an griechischen Handschriften. Die wichtigsten der rund 90 Handschriften (aus der Zeit vom 8. bis 19. Jahrhundert) kamen während des Basler Konzils im 15. Jahrhundert nach Basel. Der damals in unserer Gegend exzeptionelle Bestand stiess mit der Ausbreitung des Humanismus nach Norden auf verstärktes Interesse und war einer der Gründe, warum Basel sich in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einem Zentrum für griechische Drucke entwickelte. Die im Predigerkloster aufbewahrten Handschriften wurden als Druckvorlagen benutzt, so zum Beispiel von Erasmus von Rotterdam für die ersten gedruckte Ausgabe des griechischen Neuen Testaments (1516).

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

21.10.09: Luther(v)erschliessung online - Fluch und Segen elektronischer Volltext-Datenbanken

Andreas Ledl, Dr. phil. (UB Basel)
Die Weimarer Ausgabe von Luthers Werken umfasst -- zählt man die Deutsche Bibel sowie Luthers Briefwechsel und Tischreden hinzu -- mehr als 100 Bände. Wie soll diese ein Forscher, der beispielsweise an der Häufigkeit bestimmter Semantiken interessiert ist, untersuchen, ohne ob der gewaltigen Aufgabe zu verzweifeln? Wäre es nicht schön, wenn eine digitalisierte Form vorläge, die mittels Volltextsuche die gewünschten Stellen herausfiltern könnte? Theoretisch ist das möglich, welche praktischen Hürden sich jedoch ergeben, will der Themenabend anhand der konkreten Fragestellung nach dem "lebenslangen Lernen" bei Luther ergründen.

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

25.11.09: Dämonen im Islam: Der Mensch zwischen Entsetzen und Staunen

Tobias Nünlist, Dr. phil. (Universität Basel)
Der Islam steht der Existenz von Dämonen grundsätzlich positiv gegenüber. Während aus dem Volksislam zahlreiche Belege für den Glauben an Geistwesen bekannt sind, behandelt die orthodoxe Lehre die Frage zurückhaltend. Im Rahmen eines Themenabends werden die Grundzüge der islamischen Dämonologie aufgezeigt und anhand von ausgewählten Samm­lungsstücken aus der Universitätsbibliothek Basel illustriert.

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr