Themenabende 2010

Mi 20. Januar "Liebe Grüsse aus Moskau": Russland als Vielvölkerreich

Laura Polexe, M.A. und Daniela Nowakowski (Universität Basel)

"Die riesigen Urwälder Sibiriens sind mächtig, endlos, unfassbar in ihrer urwüchsigen Grösse", erinnerte sich der Schweizer Käser Albert Steffen an seinen Aufenthalt dort um das Jahr 1920. Das ab dem 16. Jahrhundert durch das Russische Reich eroberte Sibirien war und ist die Heimat zahlreicher Völker. Nicht nur deshalb ist die Geschichte Russlands eine russische Nationalgeschichte, sondern die Geschichte eines Vielvölkerreiches, eine Geschichte über Eroberung und Zerfall. Der Themenabend gibt in einem ersten Teil Einblicke in diese lange Entwicklung. Anschliessend wird durch die Ausstellung "Liebe Grüsse aus Moskau -- Postkarten aus dem Zarenreich" geführt.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 10. Februar Adolf Zinsstag – ein Handwerker mit Kultur und Basler durch und durch

Es liest Adolf Zinsstag. Es musizieren Adolf Zinsstag und Stefan Farkas (Violinen), Ursula Wegmann (Viola), Sabine Itin (Violoncello), Vitalij Kravtchenko (Kontrabass)

Mit 16 Jahren wurde Adolf Zinsstag (1878-1965) Geiger im Basler Sinfonieorchester. Als ausgebildeter Gold- und Silberschmied reiste er quer durch Europa. Seine Musikbegeisterung öffnete ihm viele Türen. Versehen mit dem absoluten Gehör, einer raschen Auffassungsgabe und einem hervorragenden Gedächtnis spielte er ausser Flöte und Cello nahezu sämtliche Orchesterinstrumente. Er pflegte eine ausgedehnte Korrespondenz, war Gründer der Schweizer Richard Wagner Vereine und verfasste Erzählungen in Basler Mundart. Sein musikalischer Nachlass liegt in der UB Basel. Der Themenabend umfasst eine Lesung aus seinen kürzlich erschienen Lebenserinnerungen. Und es wird ein Streichquintett von ihm erklingen.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 17. März Neuer Glanz für ein zentrales Dokument der Universitätsgeschichte: Die Restaurierung der Rektoratsmatrikel

Francesco Carmenati, M.A., Ueli Dill, Dr. phil. (UB Basel)

Der erste Band der Rektoratsmatrikel ist nicht nur inhaltlich eine einzigartige Quelle, sondern gilt auch als künstlerisch interessantestes Werk der Basler Miniaturenkunst des 15. und 16. Jh. Speziell bekannt, aber auch sehr mitgenommen war die Eingangsminiatur, welche die Gründungsfeier der Universität darstellt. Nach der 2009 erfolgten Restaurierung wird der Band heute zum ersten Mal gezeigt. Dabei sollen die Bedeutung der Matrikel kurz skizziert und die bei der Restaurierung angewendeten Techniken vorgestellt werden.

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 21. April Vom Regal ins Netz - Digitalisierungstechnologien in der UB Basel

Anne Dietsche und Andreas Bigger, Dr.phil. (UB Basel)

Digitalisierung ist zu einem wichtigen Tätigkeitszweig vieler wissenschaftlicher Bibliotheken geworden. Seltene Bestände sollen dem Publikum weltweit zugänglicher gemacht werden. Gleichzeitig hofft man, auf diese Weise die Originale zu schonen. Wie aber bringt man die besagten Originale in hoher Qualität ins Netz? Welche Geräte benötigt
man dazu? Wir bieten einen Einblick in die aktuellen Digitalisierungstechniken in der UB, ihre Möglichkeiten und Grenzen.

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 2. Juni „Denkspuren und Lebensfährten“ - Nachlässe von Professoren und Professorinnen der Universität Basel

Daniel Suter, lic. phil. (UB Basel)

Nachlässe machen heute den überwiegenden Teil des Bestandes in der Handschriftenabteilung der UB aus. Nachlässe – das klingt für viele Ohren nach Papier, Karton und viel Staub. Doch bei genauerem Hinsehen verbergen sich in diesen Dokumenten die durchaus sinnlichen Spuren sowohl wissenschaftlichen Denkens als auch privaten und universitären Lebens. Anlässlich der Nachlass-Ausstellung zum 550-Jahrjubiläum der Universität werfen wir einen Blick in die Welt der Nachlässe von Professorinnen und Professoren und erfahren etwas darüber, was die Nachlässe alles beinhalten, wie sie erschlossen werden und warum es für die Nachwelt von Bedeutung ist, dass diese Notizen, Arbeitsentwürfe, Tagebücher und Briefe für die Nachwelt erhalten bleiben.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 25. August Die UB – für alle offen. Eine Abendführung

Die UB ist wissenschaftliches Informationszentrum für die Universität und die Region - und zugleich als Kantonsbibliothek "für alle offen". Die erstmals 1471 bezeugte Bibliothek verfügt heute über einen Gesamtbestand von mehr als 3 Millionen Werken, darunter umfangreiche historische Sammlungen von Handschriften, Frühdrucken, Karten und Porträts. Ein Rundgang durch die Publikumsräume, ein Besuch der geschlossenen Magazine sowie die Präsentation wertvoller Werke aus dem Altbestand der UB geben einen Einblick in die älteste Universitätsbibliothek der Schweiz.

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 22. September Das Schweizerische Wirtschaftsarchiv feiert seinen 100. Geburtstag

Irene Amstutz, lic.phil., Martin Lüpold, Dr. des. (WWZ-Bibliothek / SWA)

Von der Corbusier-Tapete bis zur ventillosen selbstansaugenden Zentrifugalpumpe: Begleiten Sie uns auf dem Streifzug durch 100 Jahre SWA. Warum wurde 1910 ein Wirtschaftsarchiv gegründet und wie hat sich das SWA entwickelt? Wir präsentieren Ihnen die interessantesten, seltensten und schönsten Archivalien unserer Bestände, zeigen Ihnen, wie man vor den Zeiten der elektronischen Findmittel in Archiv und Dokumentation recherchierte und stellen Ihnen die modernen Recherchetools der Gegenwart vor.

Treffpunkt: 18:00 Uhr, WWZ-Bibliothek / SWA, Eingangshalle, Peter Merian-Weg 6 (Jacob Burckhardt Haus), 4002 Basel; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 6. Oktober Neue Formen der Edition: Das online Archiv der italienischen Widmung (AIDI)

Prof. Dr. Maria Antonietta Terzoli, Dr. des. Sara Garau, Dr. Anna Laura Puliafito, Laura Nocito, lic. phil. (Universität Basel)

Der Vortrag wird ein Basler literaturwissenschaftliches Projekt zur Edition, Erforschung und Katalogisierung von Widmungstexten vorstellen, I margini del libro (www.margini.unibas.ch), das im August 2002 mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds am Institut für Italianistik begonnen wurde (Leitung: Prof. Dr. Maria Antonietta Terzoli). Das online zu konsultierende elektronische Archiv der italienischen Widmung (AIDI), seit Juli 2004 zugänglich und in ständigem Wachstum begriffen, stellt allen Forschern und Interessierten ein kontinuierlich wachsendes Korpus an Widmungen zur Verfügung. Im Vortrag wird auch die online Zeitschrift „Margini. Giornale della dedica e altro“ vorgestellt werden.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 20. Oktober Editionen in Basel. Ein Blick in verborgene Werkstätten

Sulamith Gehr, lic. Phil., Fritz Nagel, Dr. phil., Barbara von Reibnitz, Dr. phil.

Basel ist seit der Einführung des Buchdrucks eine Stadt der Editionen. Auch heute arbeiten hier zahlreiche Editionsunternehmen, die sich oft über Jahre der kritischen Erschliessung und der Herausgabe von bedeutenden Text- und Bildquellen widmen. Ihre Publikationen schaffen eine Basis für jeden interessierten Leser, aber auch für die Forschung in Geistes- und Naturwissenschaften. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zu Lehre und Forschung an unserer Universität. Die Ausstellung „Sammeln, sichten, sichtbarmachen“ ermöglicht einen Blick in verschiedene Editionswerkstätten. An Hand ausgewählter Beispiele soll an diesem Abend der meist verborgene Weg vom Quellenmaterial, z. B. von einer Handschrift, bis zum Druck ihres Textes im Buch oder bis zu ihrer Publikation im Internet nachgezeichnet werden.

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 3. November Heilige und Dämonen, Weise und Narren, Meerwunder und Menschenfresser

Katrin Graf, Dr. phil. (Universität Basel)

Der Themenabend muss leider entfallen und wird in einem späteren Jahr nachgeholt.

Mi 17. November Technologie, Paratechnologie und Magie in Iulius Africanus’ Kestoi

Carlo Scardino, Dr. phil. (SNF-Projekt Iulius Africanus)

Iulius Africanus (3. Jh. n.Chr.), ein Christ aus Palästina, hat in seinem Werk Kestoi (,Stickereien‘) scheinbar disparate Wissensgebiete behandelt: von der Magie zur Militärtechnik, von der Veterinärmedizin zur Dichtkunst, von der Landwirtschaft bis zur Lehre von Massen und Gewichten. Sein Werk, das in der Kultur der klassischen Antike verwurzelt ist, steht am Ende der Zweiten Sophistik an der Schnittstelle zwischen dem klassischen Bildungsgut und der Spätantike und spiegelt die Lebendigkeit, die Komplexität und den Reichtum des (multi)kulturellen und (multi)religiösen Lebens dieser Epoche wider. Nach einer Einführung in dieses Werk werden die spezifischen Herausforderungen der Editionsarbeit anhand der in der Ausstellung „Basler Editionen“ gezeigten Objekte erläutert.

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 8. Dezember Erasmus, Amerbach und die Basler Studentenschaft

Lorenz Heiligensetzer, Dr. phil. (UB Basel), Beat Rudolf Jenny, Dr. phil. (Amerbach-Edition)

Wer in der noch mehrheitlich analphabeten Vormoderne ein Studium ergriff, verfolgte einen besonderen Lebensweg. Als Studierender hatte er Anteil an den akademischen Freiheiten, beherrschte die Fachsprache Latein und konnte ausländische Universitäten besuchen; dagegen plagten die damaligen Studenten oft Geldnöte und eine insgesamt unsichere Existenz. Um letzterem abzuhelfen, bestand in Basel schon früh der von Erasmus hinterlassene Stipendienfonds, aus dem dessen Verwalter Bonifacius und Basilius Amerbach zahllosen einheimischen wie auswärtigen Studenten Unterstützung gewährten. Anhand der Lektüre ausgewählter Dokumente aus den in der UB Basel aufbewahrten Akten der Erasmusstiftung führt der Themenabend in die Welt der Basler Studentenschaft des 16. Jahrhunderts ein.

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr