Themenabende 2011

Mi 26. Januar Jubiläum: 250 Jahre Militärbibliothek

Dr. Doris Huggel, Dr. Franz Gschwind, Dr. David Trefas (Basel)

Am 20. November 2010 jährte sich die Gründung der Militärbibliothek zum 250. Mal. Einer der Gründer war der Basler Nicolaus Miville (1718 - 1790). Seine Absicht war es, ein Forum zu schaffen, um Literatur über die Kriegskunst zu rezipieren. Der heute gut 40'000 Bände zählende Bestand bildet eine der wichtigsten privaten Militärbibliotheken der Schweiz. Heute wird er von der Universitätsbibliothek Basel verwaltet. Der Themenabend behandelt die Zeit der Anfänge der Militärbibliothek in den 1760er Jahren, beleuchtet ihre wechselvolle Geschichte und präsentiert die Vielseitigkeit ihres Bestandes.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 23. Februar Jaspers, Portmann, Barth und Reichstein. Wissenschaft aus Basel in Originaltonaufnahmen

Matthias Buschle (Basel)

In der UB Basel gibt es nicht nur Bücher: Auch Tondokumente werden gesammelt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Eine besondere Sammlung ist die «Documenta Basiliensia acustica»: 1960 überreichte die Radio-Genossenschaft Basel eine Schenkung von 100 Tonbändern sowie ein Revox-Abspielgerät an die Universität. Für ein Hörbuch, das im Christoph Merian Verlag erschienen ist, wurden daraus vier Originalaufnahmen von Vorträgen von vier Forscherpersönlichkeiten ausgewählt, die zeitgleich in Basel wirkten: Karl Jaspers (Philosoph), Adolf Portmann (Zoologe), Karl Barth (Theologe), Tadeusz Reichstein (Chemiker und Botaniker). Das Hörbuchprojekt wird vorgestellt und anschliessend lädt der Christoph Merian Verlag zu einem Glas Wein ein.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 23. März Christian Wurstisen (1544-1588) – Basler Stadtchronist und vieles mehr

Dr. Ueli Dill (UB Basel)

Heute ist Wurstisen v.a. als Basler Stadtchronist bekannt, als „Vater der Basler Geschichtsschreibung“, doch betrieb er die Geschichtsschreibung eigentlich nur hobbymässig. Im Hauptamt lehrte er während 20 Jahren an der Universität Basel Mathematik und Astronomie und machte sich als früher Propagator von Kopernikus' heliozentrischem Weltbild einen Namen. Kurz vor seinem Tod wechselte Wurstisen für ein Jahr auf einen theologischen Lehrstuhl, wo er nicht viele Spuren hinterliess, und übernahm anschliessend das einflussreiche Amt des Stadtschreibers. Auf ihn gehen die ersten systematischen Ratsprotokolle zurück. Die Universitätsbibliothek verdankt ihm in seiner Funktion als Bibliothekar ihren zweiten Gesamtkatalog. Anhand der zahlreichen erhaltenen Handschriften und Drucke sollen die Breite von Wurstisens Tätigkeit und seine Hauptwerke vorgestellt werden.

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 13. April Vor 500 Jahren in Basel gedruckt: Sebastian Virdungs „Musica getutscht“ (Basel 1511)

Eliane Fankhauser, Adam Jakab, Erika Regös, Samuel Schwarz, Matthias Voigt, PD Dr. Martin Kirnbauer (Universität Basel) und Gäste

Vor 500 Jahren erschien in Basel unter dem Titel „Musica getutscht“ eine musikalische Lehrschrift von Sebastian Virdung, gedruckt in der Offizin von Michael Furter. Es handelt sich dabei um einen in der Volkssprache Deutsch verfassten Traktat in Dialogform, der neben anderem das Spiel von Tasten-, Saiten- und Blasinstrumenten lehrt. Dieses Buch gilt als erstes gedrucktes Werk über Musikinstrumente und Instrumentalmusik und stellte im 16. Jahrhundert einen veritablen “Bestseller“ mit vielen späteren Auflagen dar (mit Editionen in französischer, niederländischer und lateinischer Sprache wie auch als Raubdruck).
Am Themenabend wird Virdungs „Musica getutscht“ im Kontext von weiteren Basler Schriften zur Musik aus der Zeit um 1500 vorgestellt und mit klingender Musik verdeutlicht.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 11. Mai Friedrich Nietzsche: Autografen, Erstausgaben und Widmungsexemplare in Basel

Dr. David M. Hoffmann und Matthias Buschle (Basel)

Der deutsch-englische Antiquar Albi Rosenthal und seine Frau Maud Rosenthal-Levy, Tochter eines Nietzsche-Forschers, haben über Jahre eine der bedeutendsten Privatsammlungen von Autografen, Erstausgaben und Widmungsexemplaren des Philosophen Friedrich Nietzsche zusammengetragen. In einer Ausstellung werden diese Dokumente, die jetzt im Besitz der Stiftung Nietzsche-Haus in Sils Maria sind, präsentiert. Dr. David M. Hoffmann (Präsident der Stiftung) und Matthias Buschle (Ausstellungsmacher) werden in diese einführen. Ergänzend zu den «Nietzscheana» aus Sils Maria wird eine Auswahl an Schriftstücken Nietzsches aus den Beständen der UB Basel gezeigt; hier findet sich ebenfalls – hauptsächlich in Gelehrtennachlässe eingebettet – eine umfangreiche Sammlung mit Nietzsche-Handschriften.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 22. Juni Convenience Food im Archiv: die Hero AG im Schweizerischen Wirtschaftsarchiv (SWA)

Irene Amstutz, lic.phil., Martin Lüpold, Dr. des. (SWA/WWZ-Bibliothek Basel)

Die Hero AG feiert ihr 125-jähriges Jubiläum und übergab im Vorfeld das Firmenarchiv dem SWA. Grund genug, einen Blick in die Produktionsbedingungen der ersten Ravioli in der Konservenbüchse zu werfen. Das „bequeme Essen“ der Hero AG hat nicht nur in der Schweiz Küche und Keller revolutioniert. Die Archivführung bietet eine Annäherung an die Kulturgeschichte des Essens und wird geschlossen mit einer Degustation von Hero-Produkten.

Anmeldung erforderlich
Der Themenabend ist ausgebucht, keine freien Plätze mehr
Treffpunkt: 18:00 Uhr, SWA / WWZ-Bibliothek, Foyer, Peter Merian-Weg 6 (Jacob Burckhardt Haus), 4002 Basel; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 24. August Die UB – für alle offen. Eine Abendführung

Die UB ist wissenschaftliches Informationszentrum für die Universität und die Region - und zugleich als Kantonsbibliothek "für alle offen". Die erstmals 1471 bezeugte Bibliothek verfügt heute über einen Gesamtbestand von mehr als 3 Millionen Werken, darunter umfangreiche historische Sammlungen von Handschriften, Frühdrucken, Karten und Porträts. Ein Rundgang durch die Publikumsräume, ein Besuch der geschlossenen Magazine sowie die Präsentation wertvoller Werke aus dem Altbestand der UB geben einen Einblick in die älteste Universitätsbibliothek der Schweiz.

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 28. September

Der Themenabend "Alles-Immer-Sofort: Information und Wissen in der Biomedizin" fällt leider aus.

Mi 19. Oktober Benno Ammann – Ein Basler Komponist zwischen Gregorianik und Elektronik

Andreas Schenker (UB Basel) und weitere Mitwirkende

Benno Ammanns Leben (1904-1986) war von zahlreichen Stationen geprägt. Nach den Jugendjahren in Gersau (SZ) und dem Gymnasium in Einsiedeln studierte er Musik in Leipzig. Später lernte und arbeitete er in Paris und längere Zeit in Rom, doch wurde Basel zum Zentrum seines Schaffens, von wo aus er immer wieder aufbrach, um sich von den neuesten Strömungen europäischer Musik inspirieren zu lassen. Sein Œuvre umfasst über 500 Titel, in welchem sich die ganze Vielseitigkeit der Musik des 20. Jahrhunderts widerspiegelt – von der Gregorianik über die Neue Musik zur Elektronischen Musik. Es liegt als Nachlass in der Universitätsbibliothek Basel, wo es in den letzten Jahren von Andreas Schenker detailliert erschlossen wurde. Der Themenabend soll – anhand einer biographischen Skizze sowie der Aufführung ausgewählter Werke – Eigenart und Charakter von Ammanns reichem Schaffen erkennbar machen.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 9. November Elsa Mahler- die erste Professorin an der Universität Basel

Prof. Dr. Thomas Grob (Universität Basel), Dr. Susanne Ziegler (Ethnologisches Museum / Phonogramm-Archiv Berlin), Dr. Heinrich Riggenbach (Basel)

Elsa Mahler (1882 - 1970) stammte aus einer Schweizer Familie in Moskau. Sie ging in Russland zur Schule und studierte in Petersburg, München und Berlin. Ab 1920 lebte sie in Basel, wo sie in Archäologie promovierte, sich dann aber der russischen Literatur und Folklore widmete und mit viel Energie und Ausdauer den Grundstein zum Slavischen Seminar und seiner Bibliothek legte. 1938 wurde sie als erste Frau an der Universität Basel zur a.o. Professorin ernannt.
Der Abend, der die Ausstellung zu Elsa Mahler im Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek begleitet, führt ein in die spannende Biographie und das Werk dieser aussergewöhnlichen Frau und Pionierin ihres Fachs, vor allem aber in ihre Reisen nach Estland, wo sie russische Dörfer besuchte und Volkslieder aufzeichnete. Festgehalten auf Wachswalzen und Schallplatten und begleitet von Filmaufnahmen entstand daraus eine bemerkenswerte Sammlung an seltenem Liedgut.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 7. Dezember Restaurierung einer orientalischen Handschrift

Friederike Koschate-Hennig (Basel), Restauratorin, Francesco Carmenati, M.A., Dr. Gudrun Schubert (UB Basel)

Die UB Basel besitzt neben dem berühmten Koran aus dem Jahr 1242, der auf das Basler Konzil gebracht wurde und danach noch eine bewegte Geschichte hatte, weitere wertvolle Koranhandschriften. Im Jahr 2010 wurde eine aus dem 18. Jahrhundert aus Iran stammende reich verzierte Koranhandschrift restauriert. Dabei konnten neben klassischen Methoden auch neue Techniken entwickelt und angewendet werden. Die Restaurierung wird anhand der Dokumentation und am Original vorgestellt.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr