Themenabende 2012

Mi 18. Januar Carl Jacob Burckhardt als Autor, Leser und Förderer von Literatur

Dr. des. Sara Janner (UB Basel)

Wie weit eröffnet der seit kurzem vollständig erschlossene Nachlass neue Perspektiven auf die Person, das Leben und das kulturelle Umfeld von Carl Jacob Burckhardt? In welchem Verhältnis steht der Nachlass zum veröffentlichten Werk Burckhardts? Der Vortrag fokussiert weniger bekannte Aspekte und legt besonderes Gewicht auf die mögliche Bedeutung der Werkmanuskripte und des Briefnachlasses für die kultur- und literaturhistorische Forschung.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 15. Februar Guido Bachmann – Ausstellungseröffnung und Themenabend

Martin R. Dean, lic. phil., Martin Schwander, Dr. Lucas Marco Gisi mit Studierenden des Deutschen Seminars

Der Schriftsteller, Schauspieler, Musiker und engagierte Zeitgenosse Guido Bachmann (1940–2003) hat das literarische Leben im Basel der 1970er- bis 1990er-Jahre mitgeprägt. In seinen Büchern – so auch in dem monumentalen Hauptwerk, der Trilogie «Zeit und Ewigkeit» – durchdringen sich mythologische Stoffe, Gesellschaftskritik und eigenes (Er-) Leben gegenseitig. Aufschluss über die Entstehung von Bachmanns vielfach ausgezeichnetem Werk eröffnet der umfangreiche Nachlass, den der Autor bereits zu Lebzeiten der Universitätsbibliothek Basel vermacht hat und der einer von Studierenden des Deutschen Seminars erarbeiteten, kleinen Kabinettausstellung zugrunde liegt. Der Schriftsteller Martin R. Dean wird im Gespräch von seinen Begegnungen mit Guido Bachmann berichten und die Bedeutung von dessen Werk für sein eigenes Schreiben erläutern.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Im Anschluss an den Themenabend findet um 20.00 Uhr ein Guido-Bachmann-Abend mit Hansjörg Schneider, Martin R. Dean und Lucas M. Gisi im Literaturhaus Basel (Barfüssergasse 3) statt.

Mi 21. März Das Frey-Grynaeische Institut in Basel

Prof. Dr. Martin Wallraff, Susanne Schaub, lic. phil., (Universität Basel) 

Das Frey-Grynaeische Institut in Basel geht auf eine Stiftung der beiden Theologieprofessoren Johann Ludwig Frey und Johannes Grynaeus aus dem Jahr 1747 zurück. Die Stiftung besteht bis heute – und vor allem ihre historische Bibliothek in den Räumlichkeiten des Instituts. Prof. Dr. Martin Wallraff, seit 2009 Lektor des Frey Grynaeischen Instituts, porträtiert die beiden Stifterpersönlichkeiten und erzählt von der 265-jährigen Geschichte dieser einzigartigen Institution. Über Bestand, Erschliessung und Nutzung der gegen 13‘000 Bände umfassenden Gelehrtenbibliothek des Frey-Grynaeums berichtet Susanne Schaub, wissenschaftliche Bibliothekarin an der Theologischen Fakultät.
Im Anschluss an die Vorträge sind die Teilnehmenden herzlich zur Besichtigung des Frey Grynaeums und seiner Bibliothek am Heuberg 33 eingeladen. 

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock)

Mi 18. April «Erschliesse das Geheimnis mit der Spitze des Schreibrohrs». Orientalisten-Nachlässe in der UB Basel

Dr. Gudrun Schubert und Claudia Bolliger, lic. phil., (UB Basel) 

Vielfältig sind die Forschungsgebiete der Orientalisten, aus deren Nachlass ausgewählte Stücke vorgestellt werden. Samuel Flury erhielt höchste Anerkennung auf dem Gebiet der arabischen Epigraphik. Rudolf Tschudi wirkte als Turkologe und erwarb eine grosse Zahl kostbarer Handschriften. Ihm verdankt die Universitätsbibliothek den grössten Teil ihrer Sammlung islamischer Manuskripte. Internationale Bedeutung erwarb sich Fritz Meier mit seinen wegweisenden Forschungen zur islamischen Mystik und zur persischen Literatur. Annemarie Schimmel, Trägerin des Friedenspreises des deutschen Buchhandels, hat neben ihren mehr als 100 Büchern eine weit über 20 000 Briefe umfassende Korrespondenz mit Wissenschaftlern, Politikern und Schriftstellern hinterlassen. Ein Themenabend im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung. 

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 9. Mai Die Universitätsbibliothek, ein Schlüsselwerk der zweiten Moderne

Dorothee Huber, lic. phil., Kunsthistorikerin (Basel)

Der Bau der Universitätsbibliothek 1962–1968 steht auch für den beispiellosen Optimismus, mit dem in den Nachkriegsjahrzehnten in Basel in Bildungs- und Kultureinrichtungen investiert wurde. Der Architekt des Neubaus, Otto Senn (1902–1993), baute den neuen Kopfbau um ein sechseckiges Treppenhaus auf und entwickelte eine «promenade architecturale», die ihren Höhepunkt im Lesesaal findet. Kürzlich wurde der Bau teilweise renoviert, Zeichen der Wertschätzung, die diese Epoche der jüngeren Architekturgeschichte allmählich erfährt.

Anmeldung erforderlich: ✆ +41 (0)61 267 31 00 oder info-ub at unibas.ch
Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 6. Juni Moe’s Postkarten-Album

 Dr. Helene Ringgenberg (Bern) 

Mit 20 Jahren verliess der Komponist Albert Moeschinger (1897–1985) seine Vaterstadt Basel, um fortan und schier bis an sein Lebensende im Hotel zu leben. Nach den Musikstudien in Bern, Leipzig und München und einem neuerlichen Aufenthalt in Bern zog er sich nach Saas Fee im Wallis, später nach Ascona zurück. Den Kontakt zur «Aussenwelt» hielt er zeitweise nur durch Briefe und Karten aufrecht. Schon zu seinen Lebzeiten, 1947, erschien eine Anzahl der musikalischen Postkarten im Sonderdruck: kleine kompositorische Köstlichkeiten, meist für Klavier. Im Nachlass Moeschingers in der Universitätsbibliothek Basel finden sich aber auch zahlreiche an ihn gerichtete Karten mit Miniaturbildern von befreundeten Malern, etwa Cuno Amiet oder Victor Surbek. Helene Ringgenberg, Autorin der 1997 erschienenen Moeschinger-Biographie, präsentiert eine Auswahl dieser Seltenheiten in Wort, Bild und Ton. 

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr 

Mi 20. Juni Hotelarchitektur erzählt Wirtschaftsgeschichte: Präsentation eines einmaligen Architekturplan-Archivs im Schweizerischen Wirtschaftsarchiv

 Irene Amstutz, lic. phil. (SWA/WWZ-Bibliothek), Dr. Roland Flückiger-Seiler (Architektur- und Hotelhistoriker, Präsident Hotelarchiv Schweiz) 

Im Auftrag der Stiftung Hotelarchiv Schweiz verwahrt das Schweizerische Wirtschaftsarchiv SWA den architekturhistorisch einmaligen Archivbestand der Gesellschaft für Hotelkredit. Über 1'100 Hotels wurden 1943/44 exakt dokumentiert. Der Architekturhistoriker Dr. Roland Flückiger erläutert anhand der Originalpläne die verschiedenen baulichen Epochen von Klassizismus über Belle Époque zum Heimatstil bis zum "Neuem Bauen". Wir erfahren, wieso wir uns in den Grand Hotels fühlen wie Schlossherren und wie die Hotelarchitektur im Bereich Beleuchtung, Sanitär-, Heizungs- und Aufzugsanlagen eine Pionierrolle einnahm. Die Geschichte des Schweizer Tourismus wird an diesem Themenabend erzählt anhand seiner Hotelarchitektur und physisch fassbar durch die zur Schau gestellten Pläne, Fotografien und Postkarten.  

Treffpunkt: 18:00 Uhr, SWA / WWZ-Bibliothek, Foyer, Peter Merian-Weg 6 (Jacob Burckhardt Haus), 4002 Basel; bis ca. 19:15 Uhr 

Mi 22. August Die Schweiz und Schweizer in Grimmelshausens Simplicissimus

 Prof. Dr. Rosmarie Zeller (Universität Basel) 

Im 17. Jahrhundert, der Epoche der höfischen Kultur, gilt die Schweiz als ein eher wildes, unkultiviertes Land, das zu besuchen sich kaum lohnt. Trotzdem kommt Simplicissimus auf seinen Wanderschaften zweimal durch die Schweiz, er kommt nach Schaffhausen, pilgert nach Einsiedeln, verbringt einige Zeit in Baden und wandert auch durch die Waadt, auf allen Stationen begegnen ihm seltsame Dinge, so erlebt er zum Beispiel in Einsiedeln eine Teufelsaustreibung und im Waadtland begegnet er Gespenstern. Im Vortrag soll diesen Stationen nachgegangen werden, es soll gezeigt werden, aus welchen Büchern Grimmelshausen, der aus Hessen stammte und in der Nähe von Offenburg lebte, seine Kenntnisse der Schweiz hatte, und es soll gefragt werden, warum ihm gerade in der Schweiz Teufel und Gespenster begegnen. 

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 19. September Remigius Faesch (1595–1667) und seine Büchersammlung

 Dr. Ueli Dill (UB Basel) 

Der Jurist und passionierte Sammler Faesch hinterliess bei seinem Tod eine rund 5000 Handschriften und Drucke umfassende Bibliothek, die 1823 gemäss seiner testamentarischen Verfügung an die Universität überging. Heute bildet sie, z.B. mit ihren teilweise über 1000 Jahre alten Handschriften, einen der wertvollsten Teile des historischen Bestands der UB. Anhand der alten Kataloge und der erhaltenen Bände soll die Physiognomie der Sammlung und des Sammlers herausgearbeitet werden. 

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr 

Mi 17. Oktober Jeanne Hersch – Ein Leben im „Schnittpunkt der Zeit“

 Monika Weber, lic. phil., (Alt-Stadt- und Ständerätin Zürich, Präsidentin der Jeanne Hersch-Gesellschaft), Gunnar Dalvit, MA (Kurator) 

«Im Schnittpunkt der Zeit» – der Gegenwart – muss der Mensch der Welt begegnen und sich mit ihr auseinandersetzen. So lautete ein Credo der Genfer Philosophin Jeanne Hersch (1910–2000). Ihr Nachlass in der Zentralbibliothek Zürich zeugt von einem Leben, in dem dieser Grundsatz stets verwirklicht wurde. Dem Nachlass entstammt auch ein Grossteil der Exponate, die in der Ausstellung gezeigt werden. Im Rahmen einer Führung wird ein Einblick in das Leben und Wirken Jeanne Herschs vermittelt und von der Faszination berichtet, die diese Persönlichkeit bis heute hervorruft. 

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 14. November Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs

 Irene Amstutz, lic. phil., Dr. Franz Egger, Dr. David Tréfás, Dr. Hermann Wichers (Basel)

 Am 1. August 2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Als Grenzstadt war Basel stark von den Ereignissen betroffen. Trotzdem ist diese Zeit nur wenig erforscht. ExponentInnen des Historischen Museums, des Staatsarchivs Basel-Stadt, des Schweizerischen Wirtschaftsarchivs und der Universitätsbibliothek Basel haben sich zusammengefunden, um noch weitgehend unerforschte Quellen zum Ersten Weltkrieg zusammenzutragen und zu präsentieren. Der Themenabend beleuchtet die Vielseitigkeit der Quellenlage. 

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 

Mi 12. Dezember Eine Spurensuche in der Sarasin´schen Musiksammlung

Marion Fahrenkämper, M.A., und Ursula Steinegger, dipl. geol.

Die Sarasin´sche Musiksammlung in der Universitätsbibliothek Basel zählt zu den bedeutendsten historischen Musikbibliotheken der Schweiz. Neben wertvollen Kopistenhandschriften des 18. Jahrhunderts enthält sie auch eine kleine Zahl lokaler Musikdidaktika. Diese Büchlein, lange in Vergessenheit geraten, erhielten bibliothekarisch nur wenig Aufmerksamkeit und erfuhren musikwissenschaftlich bisher keine Beachtung. Der Themenabend mit Klangbeispielen geht am Beispiel der Sarasin´schen Musiksammlung dem spannenden Kreislauf von musikologischem Forschungsinteresse und bibliothekarischer Aufarbeitung eines komplexen historischen Musikbestandes im Zeitalter digitaler Technologien nach.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr