Themenabende 2016

In monatlichem Abstand wird ein Sonderbestand der Universitätsbibliothek Basel oder ein bestimmtes Thema herausgegriffen und einem interessierten Publikum näher gebracht. Die Themenabende sind öffentlich und kostenlos.

Mi 3. Februar: „Wiederentdeckt“ - Basilius Amerbach erforscht das Theater von Augusta Raurica

Dr. Thomas Hufschmid, Barbara Pfäffli, dipl. phil. II (Augusta Raurica)

Die vom Basler Juristen Basilius Amerbach (1533 - 1591) in den letzten Jahren seines Lebens erstellte Grabungsdokumentation zum Theater von Augusta Raurica bildet das Zentrum einer Ausstellung in der Universitätsbibliothek Basel. Als humanistisch gebildeter Zeitgenosse, Numismatiker und Sammler hegte Amerbach eine grosse Leidenschaft für die Antike. Die zuvor von Andreas Ryff ausgegrabene Ruine des Theaters Augusta Raurica wurde von Amerbach ab 1588 aufwändig beschrieben, dokumentiert und unter Mithilfe des Malers und Geometers Hans Bock d. Ä. vermessen. Es entstand eine mit Texten, Skizzen und Plänen bestückte Dokumentation, die in Umfang und historischer Bedeutung ihresgleichen sucht. Der Themenabend beleuchtet Zusammenhänge und Hintergründe im Rahmen einer Führung durch die Ausstellung.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 10. Februar: 50 Jahre Theologische Fakultät am Nadelberg 10

Prof. Dr. Martin Wallraff, Susanne Schaub, lic. phil. (Universität Basel)

Am 14. Januar 1966 zog das Theologische Seminar feierlich in den Zerkindenhof am Nadelberg 10 ein. Seit nunmehr 50 Jahren wird in diesem sehenswerten Altstadthaus aus dem 13. Jh. dank dem Nutzungslegat der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft Theologie gelehrt und in der einliegenden umfangreichen Fakultätsbibliothek erforscht. Martin Wallraff, Ordinarius für Kirchen- und Theologiegeschichte, wird anhand ausgewählter Professoren und Professorinnen der Fakultät die Geschicke der Basler Theologie in der Ära nach Karl Barth nachzeichnen. Susanne Schaub, Fachreferentin und Leiterin der Bibliothek, stellt vor, wie sich die Informationsversorgung in den religionsbezogenen Fächern in den letzten 50 Jahren verändert hat. Im Anschluss an die Vorträge besteht die Möglichkeit, die Theologische Fakultät am Nadelberg 10 zu besichtigen.

Treffpunkt: 18.00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); anschliessend Besichtigung der Bibliothek der Theologischen Fakultät am Nadelberg 10; Ende ca. 19.30 Uhr

Mi 16. März: Benno Ammann – Ein musikalisches Porträt

Andreas Schenker, Christoph Ballmer, lic. phil. (Universitätsbibliothek Basel) mit Musikern

Am 14. März 2016 jährt sich der Todestag des aus Gersau (SZ) stammenden Basler Komponisten Benno Ammann (*1904) zum 30. Mal. Ammanns Leben war von zahlreichen Stationen geprägt. Er studierte Musik in Leipzig, lernte und arbeitete später in Paris und längere Zeit in Rom, doch wurde Basel zum Zentrum seines Schaffens, von wo aus er immer wieder aufbrach, um sich von den neuesten Strömungen europäischer Musik inspirieren zu lassen. Vor einem Jahr konnte die Erschliessung seines in der Universitätsbibliothek Basel liegenden kompositorischen Nachlasses mit der Herausgabe eines detaillierten Werkverzeichnisses abgerundet werden, womit sein äusserst umfangreiches Œuvre überschaubar wurde. Der Themenabend soll anhand der kommentierten Aufführung ausgewählter Werke Eigenart und Charakter von Ammanns reichem Schaffen erkennbar machen.

Detailliertes Programm

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 20. April: Die UB – für alle offen. Eine Abendführung

Dominique Graf, Dr. Lorenz Heiligensetzer (Universitätsbibliothek Basel)

Die UB ist wissenschaftliches Informationszentrum für die Universität und die Region - und zugleich als Kantonsbibliothek "für alle offen". Die erstmals 1471 bezeugte Bibliothek verfügt heute über einen Gesamtbestand von mehr als 3 Millionen Werken, darunter umfangreiche historische Sammlungen von Handschriften, Frühdrucken, Karten und Porträts. Ein Rundgang durch die Publikumsräume, ein Besuch der geschlossenen Magazine sowie die Präsentation wertvoller Werke aus dem Altbestand der UB geben einen Einblick in die älteste Universitätsbibliothek der Schweiz.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel, Eingangshalle; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 25. Mai: Frauen, hütet Euch vor dem rosaroten Delfin! - Mythen und Geschichten von Tieren und Menschen am Amazonas

Alice Spinnler, lic. phil. (Universitätsbibliothek Basel)

Hütet Euch vor den Delfinen! - So lautet die Warnung an die jungen Frauen entlang des Amazonas. Der rosarote Flussdelfin ist berüchtigt für seine gestaltwandlerischen Fähigkeiten und für seine amourösen Avancen gegenüber jungen Frauen. So kommt es schon mal vor, dass im Geburtsregister bei Vater "Boto/Delfin" steht. Der Delfin ist auch Wächter des ökologischen Gleichgewichts. In unzähligen Mythen und Geschichten handeln Tiere wie Menschen und interagieren mit ihnen. Die Grenze zwischen Mensch und Tier, zwischen Realität und Fiktion ist fliessend. Ein Themenabend in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Märchengesellschaft (SMG).

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel, Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr


Mi 8. Juni: Streifzug durch die Geschichte der Basler Presse

Dr. David Tréfás (Universitätsbibliothek Basel)

Die Basler Medienlandschaft hat sich in den letzten Jahren tiefgreifend verändert. Die Übernahme der einzigen grossen Tageszeitung Basler Zeitung durch eine politisch motivierte Gruppe im Jahr 2010 sorgt seither für viel Diskussionsstoff. Dabei stehen diese Ereignisse nicht alleine in der Basler Geschichte. Denn zu "feindlichen Übernahmen" war es schon zuvor oft gekommen. Der Themenabend führt durch die Geschichte der Basler Presse seit dem Beginn 1831 bis heute und beleuchtet die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Hintergründe sowie die technischen Innovationen, welche die Basler Pressegeschichte prägten. Ein Themenabend im Rahmen der laufenden Ausstellung in der Universitätsbibliothek Basel.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel, Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 21. September: Göttinnen, Helden und Kaiser zu Gast bei Oberst Merian – Eine Sammlung von Abgüssen antiker Gemmen in der UB Basel

Christoph Schneider, lic. phil. (Universitätsbibliothek Basel)

Mit der zunehmenden Antikenbegeisterung im 18. Jahrhundert stieg auch die Nachfrage nach Abbildungen und Reproduktionen antiker Kunstwerke. Besonders beliebt waren Gipsabdrücke von Gemmen, da diese auf kleinem Raum einen grossen Bildreichtum aufweisen. Aufbewahrt wurden diese Abformungen in sogenannten Daktyliotheken, Behältnissen in Kasten-, Schatullen- oder Buchform. Die mit 75 "Bänden" und über 8'000 Abformungen umfangreichste Abdrucksammlung erschien ab 1836 in Rom, hergestellt von Tomaso Cades. Eine der wenigen vollständig erhaltenen Ausgaben befindet sich im Besitz der Universitätsbibliothek Basel. Im Zentrum der Veranstaltung werden neben der Geschichte der Daktyliotheken die Frage nach der Herkunft der Sammlung und die Abgüsse selbst stehen.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Hauptbibliothek, Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 19. Oktober: Wie ein Basler Erasmus-Druck in St. Gallen zum Buch der Reformation wurde

Dr. Rudolf Gamper (Winterthur)

Die von Erasmus erarbeitete und in Basel gedruckte griechisch-lateinische Ausgabe des Neuen Testaments diente Luther als Vorlage für seine Übersetzung ins Deutsche. In St. Gallen studierte der Arzt und spätere Bürgermeister Joachim Vadian, durch Luthers Schriften angeregt, das Neue Testament mit einer Gruppe Gleichgesinnter. Sie benutzten gemeinsam ein Exemplar der zweiten Auflage von 1519, in das alle Beteiligten ihre Hinweise auf andere Bibelstellen und kurze Zitate aus Augustin und anderen Kirchenvätern eintrugen. Der Basler Druck wurde in St. Gallen zum Buch der Reformation. Das reich annotierte Exemplar wurde kürzlich in der Universitätsbibliothek Leipzig entdeckt. Der Themenabend gibt einen Einblick in die Auswertung von handschriftlichen Einträgen auf den breiten Rändern des Drucks.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Hauptbibliothek, Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr

Mi 16. November: Kartografierte Wirtschaft: Blick auf die schönsten Karten des Schweizerischen Wirtschaftsarchivs

Irene Amstutz, lic.phil., Dr. Martin Lüpold (Schweizerisches Wirtschaftsarchiv SWA)

Karten sind oft phänomenale räumliche Visualisierungen von Geschehnissen und Daten. Die Kartografie macht auch vor der Wirtschaft nicht halt. Das SWA beherbergt zahlreiche Karten, welche die unterschiedlichsten Aspekte der Wirtschaft, des Verkehrs und der Sozialpolitik auf einen Blick verständlich machen. Im internationalen Jahr der Karten stellen wir ihnen eine exklusive Auswahl von bemerkenswerten, skurrilen, informativen und humorvollen Karten vor.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; Universitätsbibliothek Wirtschaft - Schweizerisches Wirtschaftsarchiv, Foyer, Peter Merian-Weg 6, Basel; bis ca. 19:15 Uhr

Mi 7. Dezember: Sichern, Verpacken, Bewahren - Das interdisziplinäre Konservierungsprojekt am Inkunabelbestand der UB Basel

Francesco Carmenati, M.A. und Lisa Dittmann, B.A. (Universitätsbibliothek Basel), Friederike Hennig, Restauratorin (Bürgerspital Basel)

Seit 2009 kümmert sich die Bestandserhaltung der Universitätsbibliothek Basel in einem umfassenden Konservierungsprojekt um ihren bedeutenden historischen Bestand. Der wertvolle Handschriftenbestand konnte bereits bearbeitet werden. Der Projektstandard wurde nun auf die Konservierung der Inkunabeln übertragen: Die Frühdrucke werden im Rahmen des Projekts gereinigt, es erfolgen Sicherungen mechanischer und biologischer Schäden an Papier und Einband sowie eine umfangreiche Dokumentation. Im Anschluss erhält jedes Buch eine massgefertigte konservatorische Schutzverpackung. Im Themenabend wird die Bedeutung der Konservierung als eine der vier Säulen der Bestandserhaltung sowie das Konservierungsprojekt mit seinen einzelnen Arbeitsschritten erläutert. Darüber hinaus werden die von unserm externen Kooperationspartner, dem Bürgerspital Basel, ausgeführten Arbeiten vorgestellt. Zur Veranschaulichung können Objekte und praktische Muster betrachtet werden.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Basel, Vortragssaal (1. Stock); bis ca. 19:15 Uhr