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Geschichte

Seit 1910 gibt es das SWA. Unter dem Titel "Sammeln - ordnen - vermitteln: SWA Schweizerisches Wirtschaftsarchiv 1910-2010" gibt eine handliche und schön illustrierte Festschrift einen historischen Überblick. Die Festschrift erzählt, wieso es 1910 zur Gründung eines Schweizerischen Wirtschaftsarchivs kam und welche Herausforderungen sich den Mitarbeitern in den letzten 100 Jahren stellten. Die intensive Betreuung der Benutzer, die Akquisition neuer Bestände und Platzprobleme sind die wichtigsten Konstanten dieser Entwicklung.

Wieso ein Schweizerisches Wirtschaftsarchiv?

Lesesaal im Kollegiengebäude
Alter SWA-Lesesaal im Kollegiengebäude

Im Jahre 1910 von Basler Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur ins Leben gerufen, erfüllte das Schweizerische Wirtschaftsarchiv (SWA) von Beginn an zwei Funktionen: Die Versorgung von Wirtschaft und Öffentlichkeit mit aktueller Wirtschaftsinformation und die Sammlung von Archiven der privaten Wirtschaft.

Das "Archiv für Schweizerische Wirtschaftskunde und Wirtschaftsgeschichte" wurde am 12. Oktober 1910 durch Beschluss des Regierungsrats des Kantons Basel-Stadt unter der abgekürzten Bezeichnung „Schweizerisches Wirtschaftsarchiv (SWA)“ als Abteilung des Staatsarchivs gegründet. Der Staatsarchivar Rudolf Wackernagel hatte allerdings bereits seit 1877 auch nicht-staatliche Archive aufgenommen und eine umfangreiche Sammlung von Druckschriften angelegt, die den Ausgangspunkt der heutigen Dokumentensammlung darstellt.

Selbständigkeit

Unter dem ersten vollamtlichen Vorsteher des SWA, Prof. Dr. Fritz Mangold (1871-1944), Ordinarius für Statistik und Basler Regierungsrat, wurde das SWA anfangs der 1920er Jahre vom Staatsarchiv abgetrennt. Es verblieb jedoch im Departement des Innern des Kantons Basel-Stadt.

Auch nach dem Umzug ins Kollegienhaus der Universität im Jahr 1939 herrschte weiterhin akuter Platzmangel für Benutzer und Bestände. Um seiner Aufgabe im Bildungs- und Forschungssektor besser gerecht zu werden, wurde das SWA 1943 aus dem Departement des Innern herausgelöst und dem Erziehungsdepartement unterstellt. In der Folge war das SWA immer weniger ein Archiv im klassischen Sinn. Die Firmen- und Verbandsarchive verloren an Bedeutung, das Schwergewicht der Tätigkeit verschob sich zunehmend in Richtung Dokumentationsstelle und Spezialbibliothek.

Angliederung an die UB

1976 wurde das SWA unter Wahrung weitgehender Selbständigkeit der Öffentlichen Bibliothek der Universität Basel (UB) angegliedert. 1988 erfolgte die Zusammenlegung mit der Fachbereichsbibliothek für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, welche im neu eröffneten Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrum der Universität Basel (WWZ) im Rosshof am Petersgraben angesiedelt wurde. Die neue Institution firmierte unter dem Doppelnamen "WWZ-Bibliothek/Schweizerisches Wirtschaftsarchiv".

Seither erhalten die historischen Archive wieder ein grösseres Gewicht, was zu einer Verdoppelung der Bestände seit 1993 geführt hat. Zudem konnten die Einzeltitel in den Dokumentensammlungen für den Online-Zugriff sowie die alten Periodika rekatalogisiert und der Zugang zur Sachdokumentation dank einer neuen Systematik modernisiert werden.

Im Februar 2009 zogen WWZ-Bibliothek und SWA zusammen mit der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät vom Rosshof am Petersgraben ins Jacob Burckhardt-Haus beim Bahnhof SBB. Im Zuge der Vereinheitlichung der Namen der UB-Filialen erfolgte 2013 die Umbenennung in "Universitätsbibliothek Wirtschaft - Schweizerisches Wirtschaftsarchiv" oder abgekürzt "UB Wirtschaft - SWA".

Vor über hundert Jahren gegründet, bildet das SWA heute zusammen mit der Fachbibliothek für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (UB Wirtschaft) eine Filiale der Universitätsbibliothek. Die 1963 gegründete Stiftung zur Förderung des Schweizerischen Wirtschaftsarchivs bildet die Schnittstelle zur Privatwirtschaft und hilft bei der Sicherung von privaten Archivbeständen.