Heinrich Petri (1508-24.4.1579)

Biographie: Drucker/Verleger, Ratsherr, Dreierherr u. Deputat für kirchl. Fragen u. die Universität.
Geb. 1508 in Basel als jüngster Sohn des Druckers Adam Petri u. Anna Sieber. Ab Wintersemester 1523/1524 Studium an der Artistenfakultät in Wittenberg; im Oktober 1527 Abbruch u. Rückkehr nach Basel, als sein Vater erkrankte. Nach dessen Tod (Ende 1527) Übernahme der Druckerei; begann im März 1528 zu drucken. Am 31.12.1528 zu Safran, 1530 zu Hausgenossen zünftig. 1529 Heirat mit Dorothea Hütschy, nach deren Tod 1564 (Pest) mit Barbara Brand, der Witwe Hieronymus Frobens.
Petris Offizin befand sich ebenso wie sein Buchladen im Haus zum langen Pfeffer an der Weissen Gasse, wo die Familie mehrere Häuser besass. Durch die Zusammenarbeit mit seinem Stiefvater Sebastian Münster wurde Heinrich Peteri zu einem der bedeutendsten Hebraica- und Kartendrucker seiner Zeit. Als Illustratoren beschäftigte er u.a. Conrad Schnitt u. Hans Rudolf Manuel. Arbeitete zeitweise mit Michael Isengrin, Johannes Oporinus, Peter Perna, Nicolaus Brylinger und dem Kölner Drucker Maternus Cholinus zusammen. Wurde 1556 von Kaiser Karl V. in den Ritterstand erhoben u. durfte sich nun Henric-Petri nennen (was jedoch erst seine Söhne Adam, Sebastian, Sixtus u. Heinrich taten; "Henricpetri" wurde damit zum Familiennamen der Nachkommen des älteren Heinrichs). Seine Offizin nannte er allerdings ab 1565 "Officina Henricpetrina". Ab 1569 Mitarbeit d. Söhne Sebastian u. Sixtus im Unternehmen. Gest. am 24.4.1579. Die Offizin wurde vom zweitältesten Sohn Sebastian Henricpetri weitergeführt. (Quelle: BBK, ergänzt nach Benzing, Hieronymus u. HLS) Inzwischen sind über 500 Drucke mit Beteiligung Heinrich Petris bekannt.

Wirkungszeit: 1528-1579

Standort(e) der Offizin: Haus zum Mulbom, Weisse Gasse; Haus zum langen Pfeffer, Weisse Gasse 28

Druckermarke(n):

Motto: -

Vorgänger: Adam Petri

Nachfolger: Sebastian Henricpetri

Kooperationen: 1534/35 mit Michael Isengrin u. Johannes Bebel, 1538 u. 1546 erneut mit Isengrin, 1559 mit Johannes Oporin, 1561-1567 mit Peter Perna, 1562 mit Nicolaus Brylinger und 1564 mit Maternus Cholinus (Köln); als Verleger 1545-1564 mit Hieronymus Curio.

Programmschwerpunkte: Geographica u. Karten, Lexika u. andere wiss. Werke; Hebraica


Literatur:
• Benzing, 1982, S. 35
• Heitz/Bernoulli, 1895, S. XXIII u. 52ff.
• HLS (10/05/2010)
• Reske, 2007, S. 70f.