Johann Jakob Decker der Ältere (13.12.1635-22.2.1697)

(Auch: Johann Jakob Decker I)

Biographie: Sohn von Georg Decker (1596-1661) und Margarethe Zäsinger. Stand zunächst als Faktor der Druckerei von Theodor Falkeisen vor (offenbar 1660); übernahm 1661 die Offizin seines Vaters. Druckte wie dieser auch für andere Buchhändler/Verleger. 1665 wurde er lt. Hieronymus wie sein Vater vor ihm Academiae Typographus (Universitätsdrucker), wobei er sich bereits in einem Druck von 1662 als solchen bezeichnete. (1668 wurde ihm dieser Titel lt. Staehelin wieder aberkannt.) 1664 Heirat mit Anna Elisabeth Harscher, Tochter des Stadtarztes Matthias Harscher, 1678 in zweiter Ehe mit Anna Catharina Schönauer, Tochter des Bankiers und Ratsherrn Theodor Schönauer. (Mit ihr die Tochter Anna Margaretha, die 1681 den Buchdrucker Johann Conrad von Mechel heiratete u. der Sohn Johann Heinrich (1679-1741), der später in Colmar eine eigene Druckerei gründete.) Druckte 1664/66 und 1676 im elsässischen Dorf Häsingen mehrere papst- und franzosenfreundliche Bücher (Reske) für elsässische u. badische Auftraggeber und wurde dafür von seinem Konkurrenten Jacob Bertsche angezeigt. Verlegte daher 1680 auf Einladung der frz. Regierung einen Teil seines Geschäfts nach Neu-Breisach u. überliess die Verwaltung des Basler Geschäfts seinem ältesten Sohn Johann Jakob d.J. (geb. 1668), wobei ab diesem Zeitpunkt keine Drucke mehr in Basel nachweisbar sind. (Quelle: BBK alt, Benzing) Nach anderen Quellen zog der Vater selbst aus Basel weg: Gemäss CERL Thesaurus 1680-1683 in Breisach, 1683-1697 in Colmar tätig. (Wo er 1697 auch starb.) Aus der Basler Zeit sind lt. LGB über 460 Drucke bekannt, davon 420 Universitätsdrucke.

Wirkungszeit: 1661-1680

Standort(e) der Offizin: Steinenvorstadt (mutmasslich im Haus zum Feigenbaum, Steinenvorstadt 50/52)

Motto: Nihil valet virtus sine fortuna

Vorgänger: Georg Decker

Nachfolger: Johann Jakob Decker der Jüngere

Kooperationen: 1661-1663, 1665 u. 1669 mit Johann Buxtorf d.J., 1665 mit Johann König, 1678 mit Jeremias Mitz' Erben sowie 1663 mit Michael Schaufelberger (Zürich) u. 1677/78 mit Heinrich Wettstein (Amsterdam).

Programmschwerpunkte: Hochschulschriften.


Literatur:
• Benzing, 1982, S. 46
• HLS (19/03/2004)
• LGB, Bd. II, S. 233f.
• Reske, 2015, S. 99