Johannes Herwagen der Ältere (1497-1557/59)

Biographie: Aus dem Hegau (nordwestl. d. Bodensees) stammend; druckte von 1521-1528 in Strassburg (Bürger seit 1522), wo er v.a. reformatorische Drucke herausbrachte; kam in der zweiten Hälfte 1528 nach Basel, wo er Johannes Frobens Witwe Gertrud Lachner (Tochter des Buchhändlers u. Verlegers Wolfgang Lachner) heiratete. Am 28.7.1528 Bürger, am 2.8. schüsselzünftig. Führte zunächst mit seinem Stiefsohn Hieronymus Froben d.Ä. und dessen Schwager Nicolaus Episcopius das Geschäft im Sessel weiter ("Officina Frobeniana").
Verliess die Gemeinschaft 1531 u. druckte eigenständig in den Häusern zur alten Treue auf dem Nadelberg, z.T. unter der Bezeichnung "Officina Hervagiana". Als Druckerzeichen führte er den Hermes triceps. 1538/39 gemeinsame Drucke mit seinem Stiefsohn Johannes Erasmius Froben, ab 1553 auch mit Oporin u. mit seinem Sohn Johannes d.J. 1542 wegen eines Verhältnisses mit Johannes Erasmius Frobens Frau Katharina aus Basel ausgewiesen; 1545 begnadigt. Befreundet mit Bonifacius Amerbach, gute Kontakte zu Erasmus u. Beatus Rhenanus. Gest. zwischen Januar 1557 u. Januar 1559. Die Offizin übernahm sein Sohn Johannes d.J. (Quellen: BBK alt; Benzing/Reske).

Wirkungszeit: 1531-1557

Standort(e) der Offizin: Haus zur alten Treu, Nadelberg 17

Druckermarke(n):

Motto: Fata viam invenient (Variante: Nihil arduum fatis)

Vorgänger: -

Nachfolger: Johannes Herwagen der Jüngere

Kooperationen (nach Austritt aus d. Officina Frobeniana): 1538/39 mit Johannes Erasmius Froben, 1553 u. 1555 mit Johannes Oporin, 1555/56 mit Johannes Herwagen d.J.

Programmschwerpunkte (in Basel): Werke antiker Schriftsteller u. von Humanisten; druckte ausschliesslich in lat. u. griech. Sprache.


Literatur:
• Benzing, 1982, S. 36
• Heitz/Bernoulli, 1895, S. XXIX u. 76ff.
• Reske, 2007, S. 72f.
• Wolkenhauer, 2002, S. 294ff.