Ausstellung "Rudolf Frank - Theatermann und Schriftsteller"

„… ein sehr lebhaftes Vielerlei“
Der Theatermann und Schriftsteller Rudolf Frank

Ausstellung in der Universitätsbibliothek Basel
24. Juni - 1. September 2011

Eine Ausstellung von Wilfried Weinke in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Basel

Geöffnet: Montag-Samstag 08.30 - 21.00 Uhr
Geschlossen: 1. August

Vernissage
Donnerstag 23. Juni um 18.15 Uhr
Begrüssung: Hannes Hug und Vincent C.Frank
Laudatio: Prof. Dr. Guy Stern (Wayne University)
Lesung aus Texten von Rudolf Frank: Daniel Goldberger
Einführung in die Ausstellung: Wilfried Weinke
Anschliessend Apero

Stadtspaziergang
Sonntag 26. Juni 11.00 Uhr
Sonntag 28. August 11.00 Uhr
mit Siegert Kittel
"Zu Gast in Basel - nicht immer freiwillig. Flüchtlinge aus NS-Deutschland und deren Schicksal in Basel".
Treffpunkt: Marktplatz Basel, am Rathaus.
Kosten: CHF 15.-- / CHF 10.-- (erm.), vor Ort zu zahlen.
Anmeldung: UB Basel Tel. 061 / 267 31 00. Mail: info-ub at unibas.ch  

Gesprächsabend
Montag 27. Juni um 18.15 Uhr
im Vortragssaal der UB
"Rudolf Frank - Schriftsteller oder Theatermann"
Gesprächsrunde mit dem Regisseur und Autor Thomas Blubacher und Vincent C. Frank, geleitet von David Hoffmann (Schwabe Verlag).

Film- und Gesprächsabend
Donnerstag 25. August um 18.15 Uhr
im Vortragssaal der UB
"Bilder der Erinnerung: Geschichte(n) der Grenzregion Basel 1933-45"
Mit dem Filmemacher Alex Hagmann und dem Historiker Erik Petry.

Führung und Finissage
Donnerstag 1. September um 18.15 Uhr
Führung durch die Ausstellung durch den Kurator Wilfried Weinke
Anschliessend Filmvorführung 19.30 Uhr im Vortragssaal
"Der Emigrant" - Patriot oder Verräter" (Fernsehdokumentation 1966)
Einführung durch Wilfried Weinke.

 

Der Name Rudolf Franks (1886-1979) zählt vielleicht nicht zu den ganz grossen der Theater- und Literaturgeschichte. Ein Blick auf seine Biographie und sein Wirken indes lohnt sich zweifellos. Frank wuchs in Mainz als Sohn jüdischer Eltern auf. Nach der Gymnasialzeit studierte er ohne grosse Begeisterung Jura in München, Zürich, Heidelberg und Berlin und promovierte 1908 in Giessen. Danach verliess er die Juristenbühne und betrat die Bretter, die die Welt bedeuten. Er nahm in Berlin Schauspielunterricht, arbeitete als Schauspieler und Regisseur an verschiedenen Theatern in Deutschland, Österreich und Italien, schrieb Zeitungsartikel und Hörspiele, war Übersetzer, Autor und Herausgeber. 1931 erschien sein Antikriegsroman "Der Schädel des Negerhäuptlings Makaua", der nach der Machtergreifung Hitlers auf den Index der zu verbrennenden Bücher gesetzt wurde. Frank emigrierte, ohne seine Familie, zunächst nach Österreich und dann über Italien in die Schweiz. 1944 liess er sich in der Region Basel nieder, arbeitete als Journalist für verschiedene Basler Zeitungen, engagierte sich im Schutzverband Deutscher Schriftsteller im Ausland und im P.E.N.-Club. Zudem verfasste er seine Autobiographie, die unter dem Titel "Spielzeit meines Lebens" erschien.

Dokumentiert werden in der Ausstellung Rudolf Franks facettenreiches Wirken als Schriftsteller und Theatermann in der Zeit der Weimarer Republik, seine Ausgrenzung als Jude nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, seine Emigration aus Deutschland, sein Exil in Österreich und der Schweiz, seine Tätigkeit als Übersetzer, die Neu- und Erstveröffentlichung seiner Bücher nach 1945.

Die Ausstellung ist dem in Basel lebenden Sohn Rudolf Franks, Vincent C. Frank, zu verdanken, der sich intensiv für das Werk seines Vaters engagiert. Zusammen mit dem Hamburger Historiker Wilfried Weinke hat er eine Ausstellung konzipiert, die bereits mit grossem Erfolg an der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt und an der Universität Giessen gezeigt wurde.

07.06.2011 / cb