Facetten der Wirtschaftskrise - Archivtag im SWA

Archivtag im SWA: Gespräche im Foyer und Lesung im Magazin

Buchstäblich im Zeichen der Wirtschaftskrise stand der Schweizer Archivtag im Schweizerischen Wirtschaftsarchiv (SWA) am 3. November 2012. Wie andere Archive aus der ganzen Schweiz und aus der Region Basel hat auch das SWA die Gelegenheit genutzt, sich und seine Quellen einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

Krisen haben viele Seiten

Mit der Präsentation von Dokumenten, mit Führungen und mit einer Lesung beleuchtete das SWA verschiedene Aspekte von Wirtschaftskrisen. Es gibt unzählige Arten von Krisen, die häufig auch in Kombination auftreten: Finanzkrisen, Bankenkrisen, Staatsschuldenkrisen, Überproduktionskrisen, Immobilienkrisen oder umfassende Weltwirtschaftskrisen.

Deutlich wurden diese Facetten anhand von Quellen aus dem Archiv: Die Schweizerische Volksbank in den 1930er Jahren, aber auch die Spar + Leihkasse Thun oder die UBS in jüngerer Zeit sind Beispiele dafür, wie Wirtschaftskrisen tieferliegende Probleme von einzelnen Unternehmen verstärken können.
Nicht alle Unternehmen werden von einer Krise gleich getroffen. So kämpften etwa die Lebensmittelhersteller Nestlé oder Hero im Wirtschaftseinbruch nach dem Ersten Weltkrieg ums Überleben. Weil sie aus dieser Krise lernten, überstanden sie aber die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre verhältnismässig gut.

Physische Annäherung an die "Krise"

In seiner Lesung im Magazin des SWA näherte sich der Schauspieler Andrea Bettini physisch der Krise an - in einem Streifzug durch die labyrinthischen Rollregal-Anlagen landete er schliesslich beim Standort des SWA-Dossiers zum Thema "Krise". Er stöberte in den Archivschachteln und fand in den archivierten Publikationen mehr oder weniger ausgereifte Analysen und Rezeptvorschläge zur Krisenbekämpfung. Eine Lesung aus dem Wirtschafts-Thriller "Angst" von Robert Harris gab dann Einblick in die labile Lebenswelt eines Börsenhändlers mit dem sprechenden Namen Alexander Hoffmann. Hoffmann beschert seinen illustren Investoren mit einem automatischen Handelssystem hohe Gewinne, aber bald wächst ihm sein System über den Kopf.

05.11.2012 / Martin Lüpold