Ausstellung: Iris und Peter von Roten - Leidenschaft und Widerspruch

Mit ihrem feministischen Manifest «Frauen im Laufgitter» wird Iris von Roten im Herbst 1958 schweizweit bekannt. Das Buch ist eine soziologische und historische Analyse der damaligen Geschlechterverhältnisse, denen Iris von Roten eine radikale Absage erteilt. Sie fordert die volle politische Mitbestimmung und propagiert die berufliche, ökonomische und sexuelle Eigenständigkeit der Frau. Das Buch löst – ein halbes Jahr vor der ersten Abstimmung über das Frauenstimmrecht auf nationaler Ebene – einen Skandal aus. «Frauen im Laufgitter» wird, selbst von Frauenorganisationen, fast einhellig abgelehnt und unsachlich-bösartig kritisiert. Die Kritik führt dazu, dass die Autorin auch an der Basler Fasnacht 1959 lächerlich gemacht wird. Danach gerät «Frauen im Laufgitter» bald in Vergessenheit. Erst mit der Neuauflage 1990 – kurz nach dem Freitod von Iris von Roten – findet das wohl wichtigste Buch in der Geschichte der schweizerischen Frauenbewegung seine verdiente Anerkennung.

Fünfzig Jahre nach der Publikation von «Frauen im Laufgitter» geht die UB-Ausstellung auf die Entstehungsgeschichte und den Inhalt des Buches ein, verdeutlicht, wie Iris von Roten ihr privates Leben nach ihren Thesen ausgerichtet hat und fragt nach der Reaktion ihres Ehemannes Peter. Neben zahlreichen Originaldokumenten und Materialien aus dem Nachlass von Iris und Peter von Roten sowie einer Videocollage mit Erinnerungen von Zeitzeugen bietet die Ausstellung auch einen Einblick in gesellschaftspolitische Themen jener Zeit.

Vernissage ist am Samstag 30. August um 11.00 Uhr. Die Ausstellung dauert bis zum 1. November.

Weitere Informationen zu Begleitveranstaltungen und Führungen finden Sie auf der Ausstellungswebsite www.irisundpeter-vonroten.ch

22.08.2008 / cb