Foyer-Ausstellung "Türkei Reiseland, Türkei Bücherland"

Anlässlich der diesjährigen Frankfurter Buchmesse und der Culturescapes Türkei in Basel zeigt die Universitätsbibliothek aus ihren Beständen eine kleine Auswahl von historischen Büchern über die Türkei und von türkischer Literatur.

Im 16. und 17. Jahrhundert hatte sich vor allem zwischen den beiden Belagerungen Wiens die Türkenfurcht in Europa breitgemacht und in Türkenliedern und Schmähschriften über den Islam ihren literarischen Ausdruck gefunden. Gleichzeitig wuchs das Interesse an der türkischen Kultur. Es waren Reiseberichte, die schon früh dazu beigetragen haben, ein besseres Verständnis für die islamische Kultur zu entwickeln. Die Berichte wurden mit der Gründung von Handelskompanien und von engeren diplomatischen Beziehungen verfasst und wohl auch eifrig gelesen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Übersetzungen moderner türkischer Literatur ins Deutsche vorgenommen. Der Orientalist Georg Jacob, Begründer der modernen Turkologie in Deutschland, hat von 1904 bis 1929 bereits eine «Türkische Bibliothek» herausgegeben, die 26 Bände umfasst und für ein akademisches Publikum bestimmt war. Seit 2005 erscheint im Unions-Verlag Zürich eine neue «Türkische Bibliothek», eine Reihe, die 20 Bände umfassen wird. Diese sollen einen systematischen Überblick über die türkische Literatur geben von 1900 bis in die Gegenwart. Romane von der klassischen Moderne bis zur Postmoderne, Anthologien von Erzählungen und Essays und ein zweisprachiger Lyrikband gehören zum Programm. Dabei hat man jene Autorinnen und Autoren ausgewählt, die trotz ihrer Bedeutung der deutschsprachigen Leserschaft noch nie zugänglich gemacht wurden.

Foyer-Ausstellung, 8. Oktober bis 6. Dezember 2008 im Eingangsbereich der Universitätsbibliothek. 

06.10.2008 / gsc