Die aktuelle Achivalie: Mondlandung

Zeitungsausschnitte aus Basel

Wer den 21. Juli 1969 bewusst erlebt hat, hat diesen Tag nicht vergessen. Millionen Menschen weltweit verfolgten damals live am Fernsehen die ersten Schritte der US-Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Mond und ihre Rückkehr in das von Michael Collins gesteuerte Raumschiff Apollo 11.

Historische Science Fiction?

Für jüngere Generationen scheint die Mondlandung eine seltsame Art von historischer Science Fiction zu sein.
Am Anfang der Raumfahrt stand in der Tat ein Traum: Den Weltraum «erobern», die Erde umrunden, zum Mond, zum Mars, zur Venus, zur Sonne fliegen…
Die damaligen Ingenieure und Wissenschaftsmanager waren von Visionen getrieben. Im Westen haben die Bücher von Werner von Braun und Willy Ley (1952/1953, Bilder von Chesley Bonestell) die Vorstellungen geprägt.
Auch später und in der Sowjetunion spielten Utopien eine Rolle, wie die Bilder von Leonov und Sokolov aus den 1970er Jahren und ihre Bücher zeigen.
Stattgefunden hat die Mondlandung zweifellos, das ist dokumentiert in riesigen Archiven der beteiligten Organisationen und Firmen. Enorme Forschungsanstrengungen waren nötig: Daten und Wissen über Schwerelosigkeit und kosmische Strahlung; Raketentriebwerke, Treibstoffe, Steuersysteme, Systeme zur Rückkehr auf die Erde; Materialien, welche Hitze und Kälte, Druck und Vibrationen aushalten.

Eine lange Vorgeschichte

Theoretische Überlegungen zur Raumfahrt wurden schon vor 1900 gemacht. Ein wichtiger Treiber war der Rüstungswettlauf im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg: Aus der deutschen V2-Rakete wurden nach 1945 die amerikanischen Raketen entwickelt.
Die Sowjetunion schoss 1957 den ersten Satelliten (den «Sputnik») in den Weltraum, 1959 landete die Lunik-Sonde auf dem Mond, und 1961 flog mit Juri Gagarin erstmals ein Mensch in den Kosmos.
Während das sowjetische Raumfahrt-Programm dann zurückfiel, holten die Amerikaner auf. In sehr kurzer Zeit wurden riesige technische und organisatorische Projekte umgesetzt, die in der Mondlandung 1969 gipfelten.
Ab den 1970er Jahren folgte der Aufbau und Betrieb von Raumstationen und Space Shuttles.

Lektüre-Hinweise

Michael Neufeld, Spaceflight (2018)

SWA-Dokumentensammlungen mit Material zur Raumfahrt

Wernher von Braun u.a., Station im Weltraum, Frankfurt a. M. 1953, mit Bildern von Chesley Bonestell. (Amerikanisch: Collier’s Magazine, März 1952: Man Will Conquer Space Soon.)

20.06.2019 / Martin Lüpold