Themenabende 2018

In unsern Themenabenden wird ein Sonderbestand der Universitätsbibliothek Basel, ein aktuelles Forschungs-, Ausstellungs- oder Buchthema herausgegriffen und einem interessierten Publikum näher gebracht.
Die Veranstaltungen sind öffentlich und kostenlos.

Mittwoch 31. Januar: Das linke Ohr – Der Komponist Jacques Wildberger

Dr. Michael Kunkel, Prof. Beat Hofstetter (Hochschule für Musik, Basel)

Im Projekt Das linke Ohr wird die Musik des Basler Komponisten Jacques Wildberger (1922-2006) in Konzerten, Lehrveranstaltungen, einem Symposium und einer Ausstellung präsentiert, kontextualisiert und neu erwogen. Die von Michael Kunkel kuratierte Ausstellung in der Universitätsbibliothek vermittelt in zwölf Stationen und einer Interpolations-Reihe Einblicke in die unterschiedlichen Facetten des Schaffens und Lebens von Jacques Wildberger, dessen kompositorischer Nachlass sich in der UB befindet. Der Themenabend verbindet einen Ausstellungsrundgang mit der kommentierten Aufführung von Jacques Wildbergers Stück Porträt (1982/83) durch den Saxophonisten Beat Hofstetter.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Hauptbibliothek, Vortragssaal (1. Stock)

Mittwoch 28. Februar: Ohne Buchdruck keine Reformation

Dr. Christine Christ-von Wedel (Basel)

Ohne Buchdruck keine Reformation – das haben schon die Zeitgenossen so gesehen. Der Anteil Basels daran ist bedeutend, so die Autorin eines neuen Buches zur frühen Reformationszeit. Hier erschien der erste Luthersammelband 1518. Es waren Basler Editionen, die den grossen innerprotestantischen Sakramentsstreit auslösten. Die Reformatoren nutzten den Buchdruck mit lateinischen Werken für gelehrte Auseinandersetzungen und Kommentare und mit deutschen für die Verbreitung ihrer Predigten und Liturgien. Dabei blieb es nicht. Dazu kamen oft witzige aber auch schamlose Schmähschriften und Flugschriften mit plakativen Illustrationen. Der Umgang mit dem neuen Medium Druck war durchaus nicht immer gesittet.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Hauptbibliothek, Vortragssaal (1. Stock)

Mittwoch 21. März: Die UB – für alle offen. Eine Abendführung

Dominique Graf, Dr. Lorenz Heiligensetzer (Universitätsbibliothek Basel)

Die UB ist wissenschaftliches Informationszentrum für die Universität und die Region - und zugleich als Kantonsbibliothek "für alle offen". Die erstmals 1471 bezeugte Bibliothek verfügt heute über einen Gesamtbestand von mehr als 3 Millionen Werken, darunter umfangreiche historische Sammlungen von Handschriften, Frühdrucken, Karten und Porträts. Ein Rundgang durch die Publikumsräume, ein Besuch der geschlossenen Magazine sowie die Präsentation wertvoller Werke aus dem Altbestand der UB geben einen Einblick in die älteste Universitätsbibliothek der Schweiz.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Hauptbibliothek, Eingangshalle

Mittwoch 18. April: Lisa Wenger – eine Frau von besonderem Format

Dr. h.c. Helen Liebendörfer (Muttenz), Bernhard Graf (Pugerna/TI)

Seit über 100 Jahren wird ein Bilderbuch immer wieder neu aufgelegt, das als bekanntestes Werk jener Frau gilt, deren Namen heute nur die Wenigsten kennen: Lisa Wenger (1858 – 1941). „Joggeli söll ga Birli schüttle“ erkennt man sofort an seinem besonderen Format. Auch die übrigen Bilderbücher der Künstlerin sind Meisterwerke, also grosse Kunst für kleine Leute. Als Unternehmersgattin lebte Lisa Wenger in einem bürgerlichen Milieu, aber das hielt sie nicht davon ab, sich für die Rechte der Frau einzusetzen, denn ihr Lebensstil war – das wusste sie – ein Privileg. Ihre Romane und Geschichten hielten die unterschiedlichsten Menschen in Händen. So wurde Lisa Wenger in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine der meistgelesenen Schweizer Autorinnen. Ihre Lebensstationen – Bern, Basel, Porrentruy und Carona – sind Bezugspunkte, aber auch illustre Namen, wie ihr Schwiegersohn Hermann Hesse und ihre Enkelin Meret Oppenheim. Der Themenabend soll die Hintergründe und Stationen von Lisa Wengers Leben und Wirken im Kontext der laufenden UB-Ausstellung vertiefen.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Hauptbibliothek, Vortragssaal (1. Stock)

Mittwoch 2. Mai: Philipp Melanchthons Loci praecipui theologici von 1559 in deutscher Erstübersetzung

Prof. Dr. Sven Grosse (STH Basel), Dr. Peter Litwan (Basel)

Philipp Melanchthons theologisches Hauptwerk stellt in seiner Letztfassung zusammen mit der Institutio Calvins das wichtigste und einflussreichste Lehrwerk der Reformation dar. Peter Litwan und Sven Grosse haben es in Zusammenarbeit mit Florence Häusermann erstmals ins Deutsche übersetzt. Sie bringen eine Einführung in die Gedankenwelt Melanchthons und stellen ihre Erfahrungen beim Übersetzen vor. Zugleich ist der Themenabend eine Erläuterung der Vitrinenausstellung mit Handschriften und Drucken von Werken Melanchthons aus dem 16. Jahrhundert im Besitz der Universitätsbibliothek Basel.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Hauptbibliothek, Vortragssaal (1. Stock)

Mittwoch 30. Mai: Johann Jakob Spreng (1699-1768) und sein Glossar der deutschen Sprache

Prof. em. Dr. Heinrich Löffler (Universität Basel)

Die Universitätsbibliothek Basel hütet das fast druckfertige Manuskript eines gewaltigen Wörterbuchs zur deutschen Sprache (20 Bände mit eingeklebten Zetteln und ca. 30'000 lose Zettel). Verfasst hat das Werk der Basler Professor J.J. Spreng, dessen Todestag sich am 28. Mai zum 250. Male jährt. 2016-2018 ist das Manuskript gereinigt, digitalisiert und fachgerecht verpackt worden. Ein Team von Freiwilligen begann unter der Leitung von Heinrich Löffler mit der Transkription. Zur Feier des Jubiläums wird eine Ausstellung zur faszinierenden Person Sprengs und seinem Werk eröffnet und ein Probeband zur geplanten Edition des Wörterbuchs vorgestellt.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Hauptbibliothek Vortragssaal (1. Stock)

Mittwoch 13. Juni: Buchvernissage “Johann Froben, Printer of Basel”

Dr. Valentina Sebastiani (Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel)

In Johann Froben, Printer of Basel, präsentiert Valentina Sebastiani eine umfassende Darstellung des Lebens und der Druckproduktion dieser höchst einflussreichen Basler Druckerpersönlichkeit des frühneuzeitlichen europäischen Raums. Fast fünf Jahrhunderte nach ihrer Veröffentlichung in der Basler Offizin im Totengässlein, stellt Sebastiani den Katalog der zwischen 1491 und 1527 publizierten 329 Ausgaben Frobens bereit. Anhand der Analyse von mehr als 2'500 Exemplaren, die weltweit in verschiedenen Bibliotheken aufbewahrt sind, umfasst die bibliographische Beschreibung sowohl die Paratexte und die graphischen Elemente, die Frobens Bücher charakterisieren, als auch ökonomische, technische und redaktionelle Details ihrer Produktion und Verbreitung. Sebastianis Untersuchung beleuchtet die Karriere, die beruflichen und privaten Beziehungen von Froben, sein Mitwirken an der Publikation der Drucke von Erasmus von Rotterdam und die Strategien, die er anwandte, um sie erfolgreich zu vermarkten.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Hauptbibliothek Vortragssaal (1. Stock)

Mittwoch 29. August: "Die Lasterschule der Schauspiele" vor Gericht. Pfarrer Jacob Christoph Ramspeck vs. Professor Johann Jacob Spreng, 1751

Dr. Ueli Dill (Universitätsbibliothek Basel)

Im Frühsommer 1751 besucht die bekannte Theatertruppe von Franz Schuch Basel. Ihre Aufführungen stehen wie immer unter der kritischen Beobachtung der Geistlichkeit. Jakob Christoph Ramspeck, Pfarrer in der Elisabethenkirche, donnert von der Kanzel gegen den Theaterbesuch und schildert so plastisch, wie der Teufel bei einer Aufführung von Dr. Faustus in London diesen zu sich geholt habe, dass die Zuhörer sich nicht mehr zu rühren wagen. Daraufhin publiziert J. J. Spreng in seiner moralischen Wochenschrift Der Eidsgenoss, die er nach einem Zerwürfnis mit dem Verleger nur noch in handschriftlicher Form zirkulieren lässt, eine satirische Beschreibung dieser Predigt und ein Plädoyer für den Wert des Theaters. Pfarrer Ramspeck zieht Spreng sofort wegen Verleumdung vor den Kleinen Rat. Nur dumm, dass im Richterkollegium mehrere Abonnenten des Eidsgenossen sitzen! Dieser Themenabend bildet den Abschluss der Ausstellung über J. J. Spreng.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Hauptbibliothek Vortragssaal (1. Stock)

Mittwoch 26. September: Transkribierworkshop e-manuscripta.ch

Dr. Ueli Dill und Dr. Elias Kreyenbühl (Universitätsbibliothek Basel)

Seit kurzem ist es allen Interessierten möglich, die auf der Plattform e-manuscripta.ch in digitaler Form zugänglichen neuzeitlichen Handschriften und Archivalien zu transkribieren und die Umschrift neben dem Original zu publizieren. In dem zweistündigen Workshop wird die - einfache - Handhabung des Transkriptionstools erklärt und geübt. Als Demonstrationsobjekt wird Der Eidsgenoss von J.J. Spreng (s. Themenabend vom 29.August) dienen.
Bitte beachten Sie die Anfangszeit!

Treffpunkt: 17:00 Uhr; UB Hauptbibliothek, Vortragssaal (1. Stock)

Mittwoch 17. Oktober: Jacob Burckhardt und die Bilder

Dr. Maike Christadler, PD Dr. Martin Gaier und Studierende der Universität Basel

Im Jahr seines 200. Geburtstags sind bereits viele Facetten von Burckhardts Werk in Erinnerung gerufen worden. Dennoch: Er war der erste Ordinarius für Kunstgeschichte an der Uni Basel; sein "Cicerone" hält im Untertitel zum "Genuss der Kunstwerke Italiens" an; er engagierte sich mehr als 20 Jahre in der Kommission der Öffentlichen Kunstsammlung und seine immense Sammlung von Abbildungen ist weitgehend erhalten geblieben - aber sein praktischer, wissenschaftlicher und genussvoller Umgang mit Bildern ist noch erstaunlich wenig erforscht. Ein Seminar hat sich deshalb auf eine Spurensuche begeben und liefert einen Einblick in den burckhardtschen Bilderkosmos in Form einer Ausstellung, die in der UB, dem Kunstmuseum und der Kunstbibliothek stattfindet. Der Themenabend wird in das Konzept der Ausstellung einführen und ihre Highlights präsentieren.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Hauptbibliothek, Vortragssaal (1. Stock)


Mittwoch 24. Oktober: ‹Unser Land›? Lesothos schweizerische Nationalhymne

Andreas Baumgartner, M.A., Prof. Dr. Matthias Schmidt (Universität Basel), Dr. Alain Amstutz (Swiss TPH, Basel), Mitglieder des Chors "B.i.B" (Lesotho)

Die Ausstellung "'Unser Land'? Lesothos schweizerische Nationalhymne" zeigt die ungewöhnliche Geschichte einer gewöhnlichen Melodie. Komponiert hat sie der Basler Musikpädagoge Ferdinand Samuel Laur (1791-1854) nach einem Gedicht von Friedrich Schlegel. Das in den frühen 1820er Jahren entstandene Chorstück verbreitet sich zunächst in der Schweiz, dann in Frankreich: als Schul-, Trink- und Vaterlandslied mit wechselnden Texten. Um 1870 findet es sich mit sesothischen Versen des Missionars François Coillard (1834-1904) in einem Schulbuch in Basutoland und wird 1967 schliesslich zur Nationalhymne des Königreichs Lesotho. Der Themenabend umfasst eine kurze Einführung in die Ausstellung. Ausserdem sind die lesothischen Sängerinnen und Sänger von 'B.I.B' (Black Is Beautiful) zu Gast in Basel. Sie erzählen vom Leben und der Kultur in Lesotho und singen verschiedene Fassungen der Nationalhymne. In einem zweiten Teil der Veranstaltung informieren die Mitglieder des Ensembles 'B.I.B.' über ihre Arbeit für SolidarMed, einer in Lesotho tätigen Schweizer NGO, und tragen traditionellen Gospel vor.

Treffpunkt: 18:00 Uhr; UB Hauptbibliothek, Vortragssaal (1. Stock).
Der zweite Teil des Abends findet ab 19:15 Uhr im Musikwissenschaftlichen Seminar, Petersgraben 27, statt.

Mittwoch, 31. Oktober: Industriefilm - Ist das einzigartige Kulturerbe des 20. Jahrhunderts noch zu retten?

Irene Amstutz (Leiterin SWA), Dr. Elias Kreyenbühl (Leiter Digitalisierung UB), Dr. David Pfluger (Gutachter, Kompetenznetzwerk Film und Video Memoriav), Dr. Felix Rauh (Stellv. Direktor Memoriav)

Im Schweizerischen Wirtschaftsarchiv SWA wächst die Zahl an Industriefilmen aus verschiedenen Branchen kontinuierlich an. Die Filme in unterschiedlichen Formaten dokumentieren die Produktion von Gütern, illustrieren die Vermarktung von Produkten und geben Einblick in interne Begebenheiten. Wir zeigen, welche Informationen das Material der Filme Preis gibt, diskutieren, welche Massnahmen zum Erhalt notwendig sind und schauen uns typische und unterhaltsame Beispiele an. Obendrein verhandeln wir, welche lohnenden Fragen die Forschung an diese Filme stellen kann.

Treffpunkt: 18:00 Uhr, Schweizerisches Wirtschaftsarchiv SWA, Peter Merian-Weg 6, Basel

Mittwoch 28. November: Übersetzen - ein Kinderspiel? Kreativität und Werktreue in der literarischen Übersetzung

Vom Übersetzen. Basler Gespräche VII
Der Übersetzer Tobias Scheffel im Gespräch mit Martin Zingg und Marco Kunz

Mit den Basler Gesprächen "Vom Übersetzen" möchte die Heinrich Enrique Beck-Stiftung, die sich um den Nachlass des Lorca-Übersetzers H. E. Beck kümmert, die Auseinandersetzung mit Themen rund um das Übersetzen beleben. Ändert es etwas an der Arbeitsweise, ob man für erwachsene Leser oder für Kinder und Jugendliche übersetzt? Welche Freiheiten darf sich ein Übersetzer erlauben, wieviel spielerische Kreativität muss er gar aufbringen, um sowohl den Originaltexten als auch dem Zielpublikum gerecht zu werden? Über diese und andere Fragen diskutieren wir mit Tobias Scheffel, unserem Gast in der diesjährigen 7. Ausgabe, der sich nicht nur mit seinen mehrfach preisgekrönten Übersetzungen von Kinder- und Jugendbüchern einen Namen gemacht, sondern auch eine breite Palette französischer Belletristik und Essays erfolgreich ins Deutsche übertragen hat (z. B. Werke von Georges Perec, Pierre Lemaitre, Robert Bober, Fred Vargas u.v.a.). Bitte beachten Sie die Anfangszeit!

Treffpunkt: 18:30 Uhr; UB Hauptbibliothek, Vortragssaal (1. Stock)